Das Chaos auf dem Sportwetten Markt

Das Angebot an Buchmachern grenzt ans Unüberschaubare und täglich drängen neue auf den Markt. Rechtlich ist vielen nicht ganz klar was erlaubt ist und selbst der Staat hat keine rechtliche Klarheit. Das Wettangebot selbst ist bei den Buchmachern in den Details so verschieden sortiert, dass es schwer fällt ein und dieselbe Wette bei verschiedenen Anbietern zu finden. Auch die Quoten sind teils sehr unterschiedlich. Woher das Chaos auf dem Sportwetten Markt kommt, wie man sich zurechtfindet und was es zu beachten gilt wird im Folgenden etwas aufgeschlüsselt.

Immer mehr Buchmacher drängen auf den Markt

Das Geschäft mit den Sportwetten, vor allem sind hierzulande die Fußballwetten sehr beliebt, boomt. So kommt es, dass eine Art Goldgräberstimmung herrscht. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass ein neuer Buchmacher auftaucht. gold-bullion-163553_640 Da einen Überblick zu bewahren dürfte schon für den erfahrenen Wetter sehr schwer werden, wenn dieser Trend sich fortsetzt. Wie also soll ein Anfänger da zurechtkommen, der sich einen Buchmacher für die ersten Versuche auswählen möchte? Es empfiehlt sich Testberichte zu lesen und auch in Foren und ähnlichen Einrichtungen nach Erfahrungen anderer Kunden zu suchen. Vor Problemen bei der Auszahlung oder anderen Unstimmigkeiten ist man so recht gut geschützt. Wenn es keine Berichte gibt, weder positive noch negative, dann ist unter Umständen übersteigerte Vorsicht der bessere Weg. Es stehen genug Anbieter zur Auswahl, die sich schon auf Herz und Nieren testen ließen und dabei eine entsprechend gute Bewertung erhielten. Prominente Beispiele sind etwa: Die Wahl des Buchmachers kann auch von den Wetten, die man zu Spielen vorhat, abhängen. Fußballwetten und die meisten großen Sportarten, etwa Formel 1, haben noch alle im Angebot. Aber hier sind teils die Quoten sehr unterschiedlich. Wenn es um Spezialwetten, Unterhaltungswetten oder gar Finanzwetten und Wetten auf den eSport geht, dann kann es sich doppelt  lohnen sich im Vorfeld zu den Angeboten der einzelnen Buchmacher zu erkundigen. Denn hier unterscheiden die Anbieter sich enorm. Zu einem zu neuen, kleinen Anbieter ist auch nicht unbedingt zu raten, möchte man auf Nummer sicher gehen. Einigen derer, die erst neulich den Betrieb aufgenommen haben ist eine Insolvenz beinahe sicher. Denn trotz steigender Umsätze ist der Markt für Sportwetten sicherlich schon übersättigt, was die Zahl der Buchmacher angeht, und die schwächsten werden dies bald zu spüren bekommen. chaos-485501_640 Die Quoten und was wirklich erlaubt ist scheint ebenfalls noch Diskussionsbedarf zu ergeben. So bezeichnen einige Artikel im Internet Quoten, welche teilweise den Wert von 1000.00 übersteigen schlicht als illegal. So würde ich persönlich das nicht sehen. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist allerdings fraglich. Denn sicherlich zahlt ein Buchmacher fleißig drauf, tritt solch ein Ereignis mal tatsächlich ein. Das auch ein Buchmacher einmal eine Pechsträhne erleidet ist nicht ausgeschlossen. Und wird dieser Zahlungsunfähig wird er keine Gewinne mehr auszahlen können. Im Sinne des Verbraucherschutzes wäre eine Regelung sicherlich sinnvoll, die besagt, dass ein Buchmacher nur Gewinne in Aussicht stellen darf, die er auch verkraften könnte.

Rechtliche Unsicherheiten

Verheerend ist in diesem Zusammenhang die chaotische Rechtslage, in Sachen Sportwetten. Der Staat wollte diese legalisieren, was über die Lizenzvergabe im Rahmen eines Glücksspielstaatsvertrages stattfinden sollte. Leider gelang dies nicht. Der gewählte Weg wurde vom Gericht gestoppt und ein Neustart der Lizenzen steht an. Selbst jene, die keine Lizenz erhalten werden, etwa weil sie Auflagen zur Bekämpfung von Spielsucht nicht erfüllen, werden kaum zu stoppen sein. Die Rechtsprechung in Deutschland entstammt einer Zeit, in der Internet Science Fiction war. So kann der Staat beispielsweise keine wirkungsvollen Maßnahmen gegen diese „illegalen“ Wetten ergreifen, da die Anbieter lediglich in Deutschland keine Lizenz haben. Da die Server jedoch auch nicht in Deutschland stehen, und diese es sind auf denen das tatsächliche Spiel stattfindet, streiten Anwälte sich bis heute ob der Nutzer nicht (in digitaler Form) das Land verlässt um zu spielen. In diesem Falle wäre das Spiel legal. In einem anderen stellt sich die Frage wie man gegen die Angebote vorgehen will ohne, nach Vorbild der chinesischen Regierung, diverse Seiten im Internet zu sperren. smartphone-569515_640 Den Nutzer muss dies eigentlich nicht interessieren, solange nicht explizit das Abgeben einer Wette unter Strafe gestellt wird. Hat man aber bei der Wahl des Buchmachers nicht aufgepasst und kommt in die Lage von Unstimmigkeiten, etwa bei der Auszahlung, dann kann einem kein deutsches Gericht helfen. Daher ist in Zukunft dringend dazu zu raten die Buchmacher zu wählen, die eine deutsche Sportwetten Lizenz besitzen. Somit kann in jedem Fall, ganz egal wie groß oder klein der Buchmacher ist, vor Gericht Beistand eingeholt werden.

Das Lizenz- Chaos

Damit sind die wichtigsten Punkte normal gesagt. Doch leider ist die derzeitige Lage ja nicht normal. Manch Politiker selbst wäre nicht dazu befähigt zu erklären ob es derzeit eigentlich wirklich legale Sportwetten, außerhalb vom staatlichen Oddset gibt. Die Antwort auf die Frage ist denkbar einfach: Nein. Zwar sollten 20 Anbieter schon seit Jahren legal ihre Wetten anbieten dürfen, das Vergabeverfahren für die Lizenzen wurde allerdings für nichtig erklärt. Das bedeutet im Grunde, dass derzeit keine einzige Lizenz vergeben ist und somit alle Buchmacher in derselben Grauzone handeln wie damals, als der Staat noch am alleinigen Glücksspielmonopol festgehalten hatte. Da diese Situation allerdings für alle Beteiligten gleichermaßen unangenehm ist, die Buchmacher wollen nicht den dunklen Ruf der rechtlichen Grauzone und die Politik möchte kein peinliches Scheitern noch lauter publik machen, tun derzeit alle so, als wäre die Sache mit den Lizenzen in Ordnung. Die Politik unternimmt nichts, bis eine Neuregelung erfolgt ist, die Buchmacher zahlen ihre Steuern. Diese Steuern stammen wohlgemerkt aus, rein formaljuristisch betrachtet, illegalen Geschäften und jeder weiß das. Das Schauspiel wird so inbrünstig von beiden Seiten aufrecht erhalten, dass jeder der über Sportwetten schreibt, auch ich, nicht umhin kann immer wieder auf die 20 Lizenzierten Buchmacher zu verweisen, welche es eigentlich nicht gibt.

Die Zukunft

Bis etwa zum Jahr 2019 wird das Schauspiel noch weiter gehen. Denn dann laufen die imaginären Lizenzen ohnehin ab. Das Chaos selbst wird kaum ein Ablaufdatum haben. Wie will man Nutzern, die derzeit auch vom Staat so im Unklaren gelassen werden dann nahebringen, welche Buchmacher den Sprung in die Legalität nicht schafften? All jene, die sich regelmäßig hier informieren wird das zwar nicht treffen, der Durchschnittsbürger hingegen, der nur hin und wieder auf ein Länderspiel wetten will ohne sich ständig neu einlesen zu müssen, der wird es schwer haben. paragraph-386042_640 Und selbst wenn der Staat eine beispiellose Informationskampagne starten würde, die endlich alle Unklarheiten beseitigt, dann stellt sich nach wie vor die Frage was gegen den Schwarzmarkt, bestehend aus jenen Buchmachern die keine deutsche Lizenz haben, unternommen werden kann. Denn die Gesetzeslage hätte sich dann noch immer nicht verändert und eine Verfolgung scheint bis auf weiteres schlicht nicht möglich. Das Projekt „Legalisierung der Sportwetten“ ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. All die Probleme zu beseitigen, auf denen das momentane Chaos fußt, ist es aber nicht geeignet. Von Regelungen der Quoten ist man da noch weit entfernt. Immerhin fehlt es nach wie vor am Hebel, den man umlegen kann um ein einfaches Verbot durchzusetzen. Sinnvolle Regelungen wären vermutlich lediglich auf internationaler Ebene möglich. Denn der Versuch etwas zu Regeln wirkte sich schon bei den Österreichern und ihrem Livewetten Verbot so aus, dass die Sportwetter massenhaft auf den Schwarzmarkt abwanderten.

Fazit

Das Chaos ist groß. Wettfreunde können sich derzeit nur über Infoseiten, wie diese hier, oder gegenseitig in Eigenregie helfen um den Durchblick nicht zu verlieren. Einsteigern sollte zu den großen Anbietern geraten werden. Und so schön die Mär vom alle Probleme lösenden Staatsvertrag zum Start in die 20er Jahre auch klingt, so schlecht ist er geeignet die Probleme wirklich zu lösen. Bedenkt man nun, dass es Stimmen gibt, die ein Verbot von Livewetten fordern und das einige Buchmacher ohnehin zur Hälfte in der Grauzone bleiben werden, sofern Zusatzangebote wie Poker und Casinospiele nicht endlich mit lizenziert werden, dann wird auch dieser Vertrag nur kosmetische Auswirkungen haben. Die Gegner von Spielsucht werden etwas beruhigt während die Welt des Online Glücksspiels sich beinahe ohne Änderungen weiter dreht. Im Gegenteil sind Kosten zu erwarten, die Buchmacher für eine Lizenz auf sich nehmen müssen. Verändern Quoten sich dadurch ins Negative aus Sicht der Spieler steht schon deshalb eine Abwanderung zu Schwarzmarktangeboten zu befürchten. Die Regulierung der Buchmacher würde ins Leere laufen. Oft sagt man der Staat sei schuld an vielen Dingen und tut ihm damit Unrecht. Am Chaos auf dem Sportwetten Markt hat er allerdings zumindest eine Mittschuld. Und Regeln aufzustellen scheint sinnlos, so lange die Werkzeuge fehlen, diese auch durchzusetzen. Zuerst muss ein Weg gefunden werden auch handeln zu können, will man nicht nach erfolgreicher Legalisierung von Sportwetten das Beispiel der Österreicher kopieren, die ihre Wettfreunde dem Schwarzmarkt geradezu in die Arme getrieben haben. Immerhin die große Anzahl an Buchmachern wir sich lichten, nachdem sie noch einige Jahre gewachsen ist. Denn ein Verschwinden der kleinsten und schwächsten ist in naher Zukunft zu erwarten. Entweder werden diese zur Geschäftsaufgabe gezwungen sein, oder zum Verkauf. Begonnen hat diese Entwicklung schon. Allerdings ist das erste Opfer ausgerechnet einer der Branchenriesen. Bwin sucht schon seit geraumer Zeit einen geeigneten Käufer und Gerüchte besagen ein Kauf stünde kurz bevor.