Die großen Gründer: Der Erfinder von PokerStars – Isai Scheinberg

Eines der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Gambling ist heute PokerStars, gegründet von Isai Scheinberg. Dabei wird nicht nur das namensgebende Pokerangebot bei PokerStars betrieben. Es gehört immerhin auch ein Online Casino und, unter dem Namen BetStars etwas vom Hauptangebot abgehoben aber dennoch auf derselben Homepage erreichbar, Sportwetten Angebote. Heute gilt PokerStars als die größte Online Poker Seite der Welt und hat damit im Laufe der Zeit praktisch das Erbe von PartyPoker angetreten, welches von Ruth Parasol seinerzeit zum Vorzeigestück gemacht wurde.

Noch besser hat es in dem Fall wohl Isai Scheinberg gemnacht. Da seiner PartyPoker Seite nicht der Ruhm der Vergangenheit, sondern der Glanz der heutigen Zeit anheftet sollte man sich den Gründer von PokerStars einmal genauer ansehen. Ganz leicht ist dies nicht. Denn immerhin legt er dermaßen viel Wert auf Privatsphäre, dass kaum etwas über ihn bekannt ist. Sogar als sein eigenes Unternehmen, seine Schöpfung PokerStars, zehnjähriges Jubiläum feierte wurde zwar eigens eine Seite mit Momenten und großen Personen im Unternehmen veröffentlicht, über Isai Scheinberg konnte man aber nicht ein Wort lesen, da der Schöpfer dies nicht wollte. Dementsprechend weist die folgende Biographie einige Lücken und Ungereimtheiten auf, ist aber nach bestem Wissen und Gewissen mit den Daten erarbeitet, die man heute eben kennt.

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Isai Scheinberg – Die wichtigen Daten

Geboren wurde Isai Scheinberg entweder 1946 oder 1947 in Litauen. Er gilt dennoch als israelisch-kanadisch. Er hat ein abgeschlossenes Studium in Mathematik. Dies stammt noch von der Universität Moskau. Danach ging er in Israel seinen Militärdienst für das Heimatland Israel ableisten. Dort blieb er noch einige Zeit als er in Israel für die dortige Niederlassung von IBM arbeitete.

Der geschäftliche Werdegang der Isai Scheinberg

Über die Firma gelangte er auch nach Kanada, wo er zunächst weiter für die dortige IBM Niederlassung tätig war. Er wurde in Richmond Hills sesshaft. Man erzählt sich er habe dort einen gewissen Teil seiner Freizeit mit Poker verbracht. Bestätigt ist dies aber nicht. Es könnte ebenso gut Teil einer Legende sein, die sich um den öffentlichkeitsscheuen Unternehmer im Laufe der Zeit mangels harter Informationen bildete. Ebenfalls sagt man er habe auch häufiger mit Daniel Negreanu gespielt. Ein recht bekannter professioneller Pokerspieler, der später auch Teil des PokerStars Teams war. 1996 hat Isai Scheinberg einen Betrag bei der World Series of Poker gewinnen können. Die Liebe zum Spiel scheint maßgeblich an der Gründung von PokerStars beteiligt gewesen zu sein.

Gegen Ende der 90er Jahre, als Online Glücksspiel gerade zu wachsen begann, soll sich auch Isai Scheinberg erstmals mit der Idee um PokerStars beschäftigt haben. Er rekrutierte daraufhin Leute um eine eigene Seite zu launchen. Denn er war sich sicher dies besser zu können, als es die damaligen frühen Seiten für Online Poker waren. Sein Personal bezog er unter anderem im Kreis der Leute, die mit ihm bei IBM tätig waren und er suchte gezielt nach Menschen, die sich mit Poker auskannten.

Ein solcher war auch Terrence Chan. Diesen fand Isai Scheinberg in einem Diskussionsform für Poker und war sofort beeindruckt vom Wissen des noch sehr jungen Chan, der erst ein Student war. Er machte Chan das Angebot als Berater tätig zu werden und Programmierer dabei zu unterstützen die Software für PokerStars zu entwickeln. Chan sagte später aus, dass Isai Scheinberg sich zu hundert Prozent sicher war mit einer erstklassigen Software und höchsten Standards im Kundenservice erfolgreich werden zu können. Heute weiß man: Isai Scheinberg hatte recht.

Pokerstars lebte lange nuir vo Qualität und benötigte kaum Aktionen. Heute sieht dies natürlich aufgrund des umkämpften Marktes anders aus.

PokerStars lebte lange nur von Qualität und benötigte kaum Aktionen. Heute sieht dies natürlich aufgrund des umkämpften Marktes anders aus.

Auch seinen Sohn Mark nahm Isai Scheinberg mit auf, ins frisch gegründete Geschäft. Er wurde Leiter des Büros in Costa Rica, von welchem aus PokerStars 2001 gestartet wurde. Die Firma, welche man in Costa Rica deshalb gründete, weil die Glücksspielgesetze dort entsprechend moderat waren, hieß Rational Enterprises und nicht etwa PokerStars, was streng genommen nur ein Handelsname war. Tatsächlich wurde nach dem Launch schnell klar: Isai Scheinberg hatte alles richtiggemacht. Der Erfolg gab seiner Theorie recht. Er gewann vor allem durch die gute Software rasend schnell begeisterte Kunden.

Ursprünglich war der Kundenservice noch ausgelagert und einem Dienstleister überlassen. Doch Scheinberg war abermals klug und rekrutierte einige Leute um auf Anfragen und Probleme zu antworten. Keiner der eingestellten Leute konnte bis dahin etwas mit Poker anfangen. Es war das zweite Mal, dass Chan eine wichtige Rolle spielte. Er brachte dem Kundenservice im eigenen Haus Poker erst bei. Scheinberg erwies sich damit abermals als kleines Genie. Er hatte der Konkurrenz einiges in Sachen Service voraus. Denn diese benötigte für gewöhnlich sehr lange um Anfragen von Spielern zu beantworten. Isai Scheinbergs PokerStars hingegen war schnell.

Heute bietet PokerStars unter dem Label BetStars auch Sportwetten an.

Heute bietet PokerStars unter dem Label BetStars auch Sportwetten an.

Isai Scheinberg hatte weiter großen Erfolg. Bis 2005 wuchs sein Unternehmen PokerStars immer weiter. Das Unternehmen wurde neu strukturiert. Der Firmensitz wurde von Isai Scheinberg auf die Isle of Man verlegt. Damals hatte man lediglich Poker im Angebot und keine Sportwetten. Und man lag damit 2006 knapp hinter PartyPoker auf Rang 2 der bedeutsamsten Anbieter. Und, vielleicht auch aufgrund des Erfolges, den PartyPoker Gründerin Ruth Parasol mit diesem Vorgehen kurz zuvor hatte, war geplant an die Börse zu gehen. Doch dann kam dass, was auch die Konkurrenz ereilte. Die US-Regierung ging härter gegen Online Glücksspiel vor.

Für den Börsengang war dies schlecht. Für PokerStars allerdings zunächst gut. Anders als der Hauptkonkurrent zog sich Isai Scheinberg nicht aus den USA zurück. Er wurde dadurch auf einen Schlag zum wichtigsten Anbieter von Online Poker weltweit. Dabei handelte er nicht bewusst illegal. Er bekam den Rat seiner Anwälte, es müsse nichts geändert werden. Diese argumentierten damit, dass Poker kein Glücksspiel sei, sondern ein Spiel, welches Gewinne nur auf Basis echten Könnens erlaube.

Vielleicht auch weil er ahnte, dass da noch etwas kommen könnte, startete Isai Scheinberg aggressives weltweites Marketing und expandierte in viele neue Märkte. Dies sicherte der Firma in jedem Fall eine Zukunft. Laut Aussagen von Leuten, die mit ihm arbeiten durften war er die meiste Zeit mit seiner Firma beschäftigt und las oft sogar Stundenlang in Poker Foren. Nicht selten fällte er auf Basis dessen, was die Spieler schrieben später auch seine Entscheidungen.

Isai Scheinberg und die Probleme mit dem Gesetz

Wirklich überraschend war es nicht, dass die US- Regierung sich dies nicht bieten lassen wollte. Es wurden diverse Vorwürfe gegen Isai Scheinberg erhoben. Diese deckten sowohl Verstöße gegen Glücksspielrecht ab, als auch Geldwäsche und mehr. Er aber blieb außerhalb des Landes und niemand konnte ihm auch nur Flucht anlasten. Denn immerhin war er schon immer nahezu unauffindbar.

Letztendlich wurde Isai Scheinberg dann doch zu einem Deal mit den Behörden getrieben. Gegen eine beträchtliche Strafzahlung und den Kauf von Full Tilt Poker, einem Konkurrenten der ebenfalls den US- Markt bediente, dann aber die Spieler nicht mehr auszahlen konnte, waren Teil des Deals. Außerdem verpflichtete PokerStars sich die Spieler von Full Tilt Poker auszubezahlen. Im Gegenzug sollte sich keiner gegen neue Geschäfte in den USA stemmen, wenn der dortige Markt für Online Glücksspiel reguliert geöffnet werden sollte. Allerdings durfte Isai Scheinberg auch keine wichtige Rolle mehr im Unternehmen bekleiden. Sein Sohn kam so lange ans Steuer, bis die Familie sich 2014 komplett aus dem Unternehmen zurückzog. Es wurde an Amaya Gaming verkauft. Für immerhin 5 Milliarden Dollar. Eine Zulassung in den USA konnte bis dahin nie eine erreicht werden. Der Deal, weg von der Familie Scheinberg, sollte auch dies wieder ermöglichen und Argwohn der Behörden beschwichtigen. Das Verfahren gegen Isai Scheinberg wurde nie beendet. Erst wenn er die USA betritt wird er wohl einen Gerichtssaal von innen sehen.

Isai Scheinberg – Nach wie vor der große Unbekannte

lange dachte man dieses Bild zeige Isai Scheinberg. Doch dies war falsch. Wer der Mann ist ist unbekannt.

lange dachte man dieses Bild zeige Isai Scheinberg. Doch dies war falsch. Wer der Mann ist ist unbekannt.

Seinen Beinamen als „das Phantom der Poker Welt“ hatte sich Isai Scheinberg über Jahre zurecht verdient. Daher ist auch nicht ganz klar, was der Mann heute so macht. Sicher scheint nur: In den USA macht er es nicht. Stattdessen bleibt Raum für eine kleine Anekdote. Viele Jahre lang hatte Google nur ein Bild mit dem Namen Isai Scheinberg in Verbindung gebracht. Massenhaft Artikel die auch heute noch online stehen zeigen dieses eine Bild zum Mann. Als er aber auf der Isle of Man im Jahr 2014 ein High Roller Turnier gewann, und bei solchen Turnieren ist ein Siegerfoto praktisch Pflicht, existierte dann plötzlich eines. Er versuchte sich noch unter vielen Mitarbeitern zu verstecken. Es gab aber ein zweites Bild, welches ihn alleine zeigt und nicht mit der Tarnung der PokerStars Belegschaft abgeschwächt wird. Und in diesem Moment wurde klar: Jahre war ein falsches Gesicht für Isai Scheinberg gehalten worden. So zurückgezogen und vor allem gut getarnt lebt wohl kaum einer, der sein Geld im Internet verdient.

Ein Fazit zu Isai Scheinberg

Der PokerStars Erschaffer hat eines gezeigt: Mit Glücksspiel allein ist man noch lange nicht erfolgreich. Erst Isai Scheinberg hat dafür gesorgt, dass man im Geschäft mit Online Poker und auch mit Sportwetten auf einen guten Service zählen kann und, aus Unternehmenssicht auch muss, will man erfolgreich sein. Damit hat Isai Scheinberg den heutigen Spielern einen großen Dienst erwiesen. Und diese haben es ihm gedankt. Er wurde sprichwörtlich steinreich. Und, vielleicht auch deswegen, weil man so wenig über ihn weiß, zur Legende der Branche.

Eine Widerkehr von Isai Scheinberg ins aktive Geschäft ist nahezu ausgeschlossen. Eine Rückkehr des Sohnes ist ebenfalls recht unwahrscheinlich. Seinen Lebensabend verbringt Isai Scheinberg wohl auch weiterhin unerkannt und zurückgezogen. Es ist nicht auszuschließen, dass von einem Todesfall keiner in der Öffentlichkeit Notiz nehmen wird.