Rudi Assauer – Vom Fußball zur Werbung

Rudi Assauer / Bild: Wikipedia

Rudi Assauer / Bild: Wikipedia

Rudi Assauer ist zweifelsohne eine der größten Persönlichkeiten, die der deutsche Fußball hervorgebracht at. In der Bundesliga wurde er lange Zeit wöchentlich ausgestrahlt, als Schalke Manager. Heute ist er beinahe von der Bildfläche verschwunden. Alzheimer hat er, der große Mann des Fußballs. Zwar möchte ich auch darauf eingehen, doch eher der Vollständigkeit halber, als Randnotiz. Insgesamt soll der Artikel vom Positiven handeln. Teils auch vom Positiven im Negativen. Davon, wie der große Mann Rudi Assauer es geschafft hat im Fußball erfolgreich zu sein und sich ein Image als Werbeträger aufgebaut hat. Und nicht nur positiv war dieses Image damals. Im Rückblick aber dann schon. Und es wird manchen schmerzen, dass eine Krankheit wie Alzheimer eine Persönlichkeit wie Rudi Assauer aus der Welt des Fußballs herausnimmt. Denn, soviel ist sicher, unter anderen Umständen würden wir ihn sicher heute noch sehen. In der Werbung, im Fußball, im Fernsehen.

Die Karriere als Fußballer

Der am 30. April 1944 in Sulzbach-Altenwald geborene Fußballer Rudolf Assauer, wie Rudi Assauer eigentlich mit vollem Namen heißt, absolvierte, wie es der eigene Eintrag im Online Lexikon nüchtern vorrechnet, in den Jahren 64 bis 76 insgesamt 307 Bundesliga Spiele für die Vereine Borussia Dortmund und Werda Bremen. Doch schon damals war Rudi Assauer Teil der großen deutschen Fußball Geschichte. Denn immerhin konnte er zusammen mit Dortmund im Jahr 1966 nicht nur die Vizemeisterschaft erkämpfen. Es wurde auch der erste Europapokal der Pokalsieger überhaupt nach Deutschland geholt. Der Fußballprofi konnte außerdem ein Jahr zuvor den DFB Pokal mit seinem Verein gewinnen.

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Trotz des großen Erfolgs, den Rudi Assauer mit Dortmund feiern konnte, wechselte er zu Werda Bremen. Dort war er ab 1970 tätig und sofort Stammspieler. Die Position konnte er sich auch unter wechselnder Führung immer weiter beibehalten. Nach 6 Saisons für Bremen wechselte Rudi Assauer in das Management des Vereins. Das war im Jahr 1976. Und hier begann er sich erst richtig dieses Image aufzubauen, das ihn zum perfekten Werbeträger machen sollte. Ohne den Schritt des Wechsels in die Reihe der Funktionäre wäre Rudi Assauer heute vielleicht keine ganz so bekannte Legende, die den eigenen Tod sicherlich um Jahre überleben wird.

Rudi Assauer – Die Karriere als Fußball Funktionär

Bremen blieb Assauer bis ins Jahr 81 als Manager treu. In den Jahren 81 bis 86 managte Rudi Assauer erstmals den FC Schalke 04. Das Arbeitsverhältnis endete in einer Entlassung im Dezember 86. Dies hätte der Endpunkt seiner kariere im Sport sein können. Über vier Jahre war Rudi Assauer erstmal nur noch im Immobiliengeschäft in Bremen tätig. Das Comeback gelang 1990 beim Zweitligisten Oldenburg, den Rudi Assauer bis 93 als Manager führte. Dann, am 1 April 1993, ging es zurück nach Schalke. Die neue Amtszeit bei Schalke sollte um einiges erfolgreicher verlaufen, für Rudi Assauer. Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich fand der Verein unter seiner Führung zu neuer Stärke. Der Gipfel des Erfolgs war zwischen 1997, mit einem Sieg im UEFA Cup und in den Jahren 2001 und 2002, als zweimal in Folge der DFB- Pokal gewonnen werden konnte. In diese Amtszeit viel außerdem der Bau der Veltins Arena, was lose mit Rudi Assauer in der Werbung in Verbindung gebracht werden kann, wie später noch genauer thematisiert werden wird.

Blau und Weiß - Schalke 04

Blau und Weiß - Schalke 04

Nachdem Rudi Assauer am 17 Mai 2006 den Posten des Managers bereits räumte sollte er ab 1. August desselben Jahres den Posten des Vorstandsvorsitzenden bekleiden. Danach war Rudi Assauer lediglich noch als gefragter Experte, unter anderem auch im eigenen Video Blog „Zündstoff“, tätig und kam hin und wieder als Berater, unter anderem für den Wuppertaler SV Borussia, zum Einsatz. Die Karriere wäre vielleicht noch weitergegangen, wäre nicht bald Alzheimer diagnostiziert worden, wie im Jahre 2012 öffentlich bekannt wurde.

Rudi Assauer in der Werbung

Vor allem durch seine Werbung für Veltins wurde Rudi Assauer zur Ikone. Er hatte sich bereits ein Image angelegt, und dies vermutlich nicht mit Absicht, welches gut zum rauen Bier aus dem Norden passte. Etwas Macho und insgesamt eher hart im Auftritt. Da kam die Persönlichkeit des Rudi Assauer seiner Karriere als Werbeträger sehr entgegen. Auch war es kaum ein Zufall, dass der Bau der Veltins Arena, beziehungsweise deren Namen, und die Werbetätigkeit für Veltins in ein und dasselbe Zeitfenster gefallen waren. Die Partnerschaft mit Veltins lohnte sich nicht nur für die Brauerei. Auch für Rudi Assauer, dem mit den Spots etwas ganz besonderes gelang, die sein Image des harten Hundes und Machos genüsslich ausweideten und teils auch karikierten. Als seine damalige Freundin Simone Thomalla und er gemeinsam für Veltins vor der Kamera standen gewannen die beiden eine Goldene Kamera für den Spot. Kategorie: Bester Werbespot mit Prominenten.

 

Ein weiteres Highlight folgte kurze Zeit später. Die Beziehung zu Thomalla war bereits in die Brüche gegangen. Dafür bekam er einen neuen Partner in einem Werbespot für Veltins. Er drehte mit Hollywood Schauspieler Bruce Willis. Der Mann war mit Filmen wie denen aus der Stirb Langsam Reihe ebenfalls mit dem Image eines Machos und Harten Hundes gezeichnet. Dass Veltins die beiden gemeinsam vor die Kamera stellte sagt nun schon einiges darüber aus, wie Rudi Assauer wahrgenommen wurde.

Eine streitbare Persönlichkeit – Rudi Assauer und das Macho Image

Dieses Image, von dem schon lange die Rede ist, hatte Rudi Assauer während der gesamten Laufbahn quasi aus versehen und sicher ohne Zielsetzung aufgebaut. Im Positiven, im Sinne von Sympathisch, wie auch im Negativen viel Rudi Assauer immer wieder als „Harter Kerl“ und Macho auf. Zum einen war er kein Unschuldslamm bei den Frauen, zum anderen viel er aber auch durch medienwirksame Streitereien mit Partnerinnen auf. Weiterhin sah man ihn oft Zigarre rauchen, was besonders zu Beginn seiner Karriere noch eine imagebildende Maßnahme war, wo die Schadhaftigkeit des blauen Dunstes noch nicht so im Mittelpunkt der Diskussionen stand, wie heute. Weiterhin hatte Rudi Assauer die Fähigkeit auch durch kernige Aussagen im Mittelpunkt zu stehen. Was er sagte, dies klang oft noch lange nach. Auch hier kann positives wie negatives berichtet werden. Zitiert wird er mit Sätzen wie „Entweder ich schaffe Schalke, oder Schalke schafft mich“ und „Ich habe eben Ahnung von Fußball“. Hier klingt er ganz deutlich durch, der Stirb Langsam Typ des deutschen Fußballs. Leider viel Rudi Assauer aber auch durch einige negative Äußerungen auf. Homosexualität im Fußball beispielsweise bedachte er mit einigen sehr diskussionswürdigen Aussagen. Dennoch war es insgesamt dieses Wesen, welches Assauer nach und nach zum perfekten und lange auch zum unverzichtbaren Werbeträger für die Brauerei Veltins machte.

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Dass er auch polarisierte sieht man noch heute an manchem Kommentar und Streitgespräch in Videonetzwerken wie YouTube, beispielsweise unter diversen Spots für Veltins.

Rudi Assauer erkrankt an Alzheimer

Schon eingangs hatte ich angekündigt, dass auch die Alzheimer Erkrankung Assauers zum Thema wird. Lange hat man schon nicht mehr viel von Rudi Assauer gehört. Dies liegt eben daran, dass er sich nach Bekanntwerden seiner Erkrankung und erstem Medienwirbel aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat. Sicher war die Diagnose ein umso deutlicherer Schock, da Assauer schon in der eigenen Familie mit der Krankheit konfrontiert war. Auch sein Bruder Lothar war an Alzheimer erkrankt. Er starb bereits 2013 an den Folgen. Einer Person wie Rudi Assauer ist es nicht angemessen, hier in diesem Rahmen über alle Gebühr auch dieses Thema auszuschlachten, nur um der Sensation willen. Daher möchte ich an dieser Stelle leidlich darauf hinweisen, dass auch dieser Abschnitt seines Lebens in den Memoiren Assauers thematisiert wird, die den Titel „Wie ausgewechselt“ tragen.

Fazit – Rudi Assauer, die Legende

Er hatte im Laufe der Zeit viele Namen, die ihm von der Öffentlichkeit zugeteilt wurden. Ich möchte diese Liste, falls mir nicht jemand zuvorkam, gerne um „Die Legende“ erweitern. Denn nichts weniger ist Rudi Assauer im deutschen Fußball. Kaum einer hat den deutschen Fußball als Einzelperson so sehr geprägt, wie Assauer. Nur wenige, beispielsweise Beckenbauer oder Uli Hoeneß, können ähnlichen Ruhm für sich beanspruchen. Und kaum einer hat diese markige Persönlichkeit, die Rudi Assauer auf dem gesamten Weg vom Fußballer zum Funktionär und in die Werbung gezeigt hat. Diese ist es auch, die ihm Teile des Weges sicher auch erst ermöglicht hatte.

Beeindruckend ist auch, dass Rudi Assauer vor keiner Herausforderung zurückschreckte. So hätte sicher nicht jeder eine zweite Amtszeit bei Schalke begonnen, nur wenige Jahre nachdem eine Kündigung durch den Verein ausgesprochen wurde. Und eben dieser Mut, dieser Wille Aufgaben anzupacken, war sicher auch Teil seines Erfolgsrezepts.

Die Persönlichkeit des Rudi Assauer musste seinerzeit sicher nicht jeder mögen. Doch heute, im Schatten seiner Erkrankung, werden einige auch milde gestimmt sein, angesichts dessen, was die Ikone zu erdulden hat. Und sicher wird angesichts dessen der eine oder andere Nachruf in einigen Jahren, ganz realistisch betrachtet, auch etwas milder ausfallen, als es der Fall gewesen wäre, stünde Assauer noch bis ins hohe Alter im Rampenlicht.