888 Holdings und Rank Group wollen William Hill übernehmen

Aktuellen Medienberichten zufolge, die übereinstimmend in ihren Kernaussagen sind, möchten 888 Holdings und die Rank Group gerne den großen britischen Traditionsbuchmacher William Hill übernehmen. Dabei sieht man seine Chance offenbar jetzt, so kurz nach dem Rücktritt des William Hill CEO James Henderson. Denn Zufall wird das Übernahmeangebot keins sein. Tatsächlich schwächelte William Hill nämlich in der jüngeren Vergangenheit. Auch sonst sprechen die Verhältnisse am Markt eigentlich dafür, dass ein Zusammenschluss sinnvoll wäre. Alle Details und Einzelheiten zu den wilden Übernahmegerüchten finden sich im Folgenden zusammengefasst.

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Offizielle Übernahmepläne angekündigt

Fakt ist bislang, dass es eine offizielle Bestätigung seitens 888 Holdings und Rank Group gibt, dass man William Hill gerne übernehmen würde. Hierbei visiert man offenbar ein offizielles Übernahmeangebot vonseiten der beiden Bieter liegt offiziell noch nicht vor. Der Marktwert von William Hill wird derzeit allerdings auf rund 3 Milliarden britische Pfund geschätzt. Ein offizielles Angebot muss bis spätestens 21. August aber erfolgen. Dies sehen die Richtlinien im Aktienhandel so vor.

Dabei bleiben noch einige interessante Fragen offen. Beispielswiese liegt der Marktwert von Rank Group und 888 Holdings selbst dann, wenn die beiden Unternehmen sich zusammenschließen, lediglich bei etwa 2 Milliarden britischen Pfund. Bei einer Übernahme müsste also eine Lösung gefunden werden oder der Buchmacher William Hill müsste sich tatsächlich etwa 1 Milliarde unter seinem eigentlichen Marktwert übernehmen lassen, was eher unwahrscheinlich scheint. Eine Lösung könnten beispielsweise Investoren sein.

Wettfreunde kennen vor allem 888Sport als William Hill Konkurrenz.

Wettfreunde kennen vor allem 888Sport als William Hill Konkurrenz.

Positionstausch – William Hill wollte ursprünglich 888 übernehmen

Ein interessantes Detail des Wirtschaftskrimis ist die Tatsache, dass William Hill seinerseits erst im Februar 2015 888 Holdings übernehmen wollte. Damals scheiterte man aber schnell daran, dass die Brüder Shaked, welche 888 gegründet hatten und noch heute einen beträchtlichen Anteil halten, die damals gebotene Summe für deutlich zu niedrig hielten. Das Angebot wurde recht schnell und ohne viel nachzudenken abgewiesen. Die Möglichkeit, dass sich dieses Spiel nun in vertauschten Rollen widerholt und William Hill das Übernahmeangebot ablehnt ist durchaus gegeben. Allerdings wird man sicherlich zuvor ernsthaft darüber nachdenken. Denn Gründe, die für einen Zusammenschluss sprächen gibt es genug. Sowohl bei William Hill selbst, als auch auf dem Online Sportwetten Markt.

 
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Gründe für einen Zusammenschluss bei William Hill selbst

Bei William Hill liegen die Gründe vor allem, in den jüngeren Entwicklungen des Geschäfts. Neukunden gewann man im eigenen Land kaum, international praktisch überhaupt keine, in jüngerer Vergangenheit. Während die Wettbüros in den Städten nach wie vor respektabel laufen hat William Hill offensichtlich vor allem damit Probleme, die Zeichen der Zeit umzusetzen. Nicht nur, dass das Geschäft mit den Online Wetten recht stockend läuft. Auch die entsprechenden Maßnahmen, etwa der Launch einer neuen Website oder einer App für mobilen Zugang zum Buchmacher, vollzogen sich eher suboptimal. Gerade 888 Holdings hat auf diesem Gebiet keinen Grund zu klagen. Mit der Expertise könnte immerhin William Hill als Marke profitieren.

Denn zurzeit, und damit sind immerhin die letzten zwei Jahre gemeint, befindet sich auch die in London gelistete Aktie von William Hill eher in einem langsamen Sinkflug. Dies waren auch die Gründe, weshalb CEO James Henderson bei William Hill erst jüngst Platz für einen Nachfolger gemacht hatte.

 
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Gründe für einen Zusammenschluss von 888 Holdings, Rank Group und William Hill die im Markt liegen

Auch der Markt für Online Wetten, Online Glücksspiel im Allgemeinen, dessen Entwicklung und in den letzten Jahren deutlich veränderte Machtverhältnisse sprechen für eine Übernahme. Denn der Trend geht zur Bereinigung des Marktes. Bislang waren im blühenden Markt für Online Wetten etliche Mitbewerber zu finden. Anfangs hatte man dort auch keinerlei Probleme durch die Konkurrenz. Es waren genug Kunden für alle da. Doch mit der Zeit wurde der Markt nach und nach gesättigt. Momentan geht die Stimmung eher in Richtung „Survival of the Fittest“. Immer mehr große Anbieter schlucken die kleinen. Und es schließen sich auch große zusammen um ihre gute Position langfristig aufrechterhalten zu können.

So ist William Hill zwar derzeit noch der größte Anbieter am Markt. Nachdem sich PaddyPower und Betfair aber zuletzt zusammengeschlossen hatten wird die Konkurrenz immer stärker.

Auch den Anlegern scheint dieser Gedanke zu gefallen. Immerhin stiegen die Aktien von William Hill und 888 Holdings nach Bekanntwerden der Pläne merklich an. Lediglich die Rank Group hatte mit einem kleineren Kursverlust zu kämpfen. Für das strauchelnde William Hill war es der erste Anstieg seit längerem, Über die letzten 7 Monate hinweg hatten die Aktien des Traditionsbuchmachers zuvor insgesamt 20 Prozent ihres Wertes verloren.

So plakativ es wirken mag: Ein Aufkauf durch 888 könnte der Brexit für William Hill werden. Denn dann läge die Firma nicht mehr in englischer Hand.

So plakativ es wirken mag: Ein Aufkauf durch 888 könnte der Brexit für den britischen Traditionsbuchmacher werden. Denn dann läge die Firma nicht mehr in englischer Hand.

Wie müsste eine William Hill Übernahme ablaufen?

Es gibt aber auch Dinge die gegen eine einfache Übernahme sprechen. Eines dieser Dinge ist das britische Recht in solchen Fällen. Wollen die Rank Group und 888 Holdings den Buchmacher William Hill gemeinsam übernehmen, dann wäre hierfür nämlich rechtlich nötig, dass in einem ersten Schritt erst die beiden Anbieter sich zusammenschließen. Erst danach könnte eine Übernahme rechtlich gesehen eingeleitet werden. Vor allem für 888 Holdings, die neben 888.com für Poker auch 888Sport für Sportwetten betreibt, wäre die Übernahme von William Hill ein deutlicher Zugewinn. Denn damit hätte der amerikanische Anbieter einen Fuß weit in Britannien. Doch die Rank Group, bekannt als Betreiber der Grosvenor Casinos und des Bingo Angebots von Mecca Bingo hätte hieraus zunächst keinen so deutlichen Vorteil. Daher ist zunächst fraglich, ob dieser Schritt zustande kommen könnte.

Allerdings, und dies muss immerhin beachtet und schwer gewichtet werden, haben die beiden Unternehmen sicherlich schon im Vorfeld über diese Phase nachgedacht. Gehen wir also davon aus, dass hier alles geklärt ist und fristgerecht ein offizielles Angebot an William Hill übermittelt wurde, dann gilt es womöglich in Verhandlungen zu treten. Denn eines steht fest: Der Buchmacher wird nicht jedes Angebot annehmen, wird aber auch nicht partout ablehnen. William Hill bestätigte selbst schon, dass man sich intern Gedanken mache, wie solch eine Übernahme aussehen könnte. Dies heißt aber vor allem, dass William Hill sicherlich auch eigene Bedingungen und Forderungen ausarbeitet um auf ein Angebot reagieren zu können.

William Hill als Bwin Ersatz für 888 Holdings?

Es schaut derzeit auch nicht so aus, als wäre William Hill schon immer ganz oben auf der Einkaufsliste der 888 Holdings gestanden. Vielmehr scheint es sich um eine Art zweite Wahl zu handeln. Denn ursprünglich wollte 888 Holdings vor etwa einem Jahr Bwin aufkaufen. Beinahe wäre der Deal auch zustande gekommen. Das Angebot lag vor und die Zusage schien beinahe sicher. In letzter Minute grätschte dann GVC Holdings aber noch dazwischen und überbot die rund 898 Millionen Pfund, die für einen Kauf gedacht waren.

Ist William Hill nur Plan B nachdem Bwin nicht klappte?

Ist William Hill nur Plan B nachdem Bwin nicht klappte?

Es könnte durchaus sein, dass William Hill hier nicht nur als Notnagel, sondern auch als gezieltes Mittel zum Zweck gedacht ist, mit dem man Bwin zukünftig stärkere Konkurrenz machen kann. Denn schon damals machte 888 Holdings schnell deutlich, dass man weiter an Übernahmen interessiert sei und sich geeignete Partner suchen werde.

Das meinen die Experten – Kommt es zur William Hill Übernahme?

Wirtschaftsexperten und Experten am Sportwetten Markt sind sich derzeit einig: Eine Übernahme ist nicht ausgeschlossen aber dennoch eher unwahrscheinlich. Während die auf den Sportwetten Markt fokussierten Insider eher nicht davon ausgehen, dass William Hill sich übernehmen lassen will so lange man noch als größter Sportwetten Anbieter in Großbritannien gilt sehen Wirtschaftsexperten ein anderes Hindernis.

Nach deren Einschätzung wäre allein der Aufwand, der betrieben werden müsste um die Belange dreier Unternehmen mehr oder weniger auf einmal zu bündeln einfach zu groß, als dass dies erstrebenswert erschiene. Außerdem soll William Hill schlicht noch zu viel wert sein, als dass es die beiden wesentlich kleineren Konkurrenten so einfach übernehmen könnten. Man brächte zusätzliche Partner und Investoren, die die Gemengelage noch unübersichtlicher machen würden.

Übernahmegerüchte zu William Hill – Mein Fazit

Interessant sind solche Meldungen ja grundsätzlich. Ich persönlich habe aber auch schon oft genug gesehen, dass dann daraus eben doch nichts wurde. Und hier erwarte ich ähnliche Ergebnisse. Die Gründe sind nicht nur bei Expertenmeiningen und Problemen zu suchen. Auch mein persönlicher Eindruck, als ich von der Übernahme las, war zuerst einmal der, dass ich es nicht glauben wollte. Meiner Meinung nach ist William Hill einfach noch zu groß und zu mächtig, als dass man den Buchmacher einfach übernehmen könnte. Geschweige denn, als vergleichsweise kleiner Konkurrent.

Zwar ist mir durchaus schon zuvor bekannt gewesen, dass die Geschäfte bei William Hill nicht genau so laufen, wie man sich dies dort wünschen würde, doch immerhin macht das Unternehmen noch genug Gewinn. Und die Aktien befinden sich zwar im Sinkflug, doch keinesfalls in einem echten Absturz. Es ist mehr ein vergleichsweise sanftes Dahingleiten, welches jederzeit gestoppt werden könnte. Daher sehe ich persönlich hier einen der Fälle, die am Ende nichts waren, als eine Blase von Gerüchten. Allerdings kann ich mich auch irren. Denn immerhin geht der Trend am Markt durchaus zu immer größeren Zusammenschlüssen. Und Fakt ist auch: Fände dieser hier statt, dann würde sich dadurch ein, auf den ersten Blick unangreifbar großer, Riese bilden.

 
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