Amaya Inc. – Der Riese am Online Glücksspiel Markt näher betrachtet

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 27.09.2018

Marken wie BetStars und Full Tilt Poker kennt nahezu jeder. Doch wenige kennen die großen Player, die hinter den kleinen Marken stehen. Die Mutterkonzerne, wie Amaya Inc. einer ist. Dem soll langsam ein Ende bereitet werden. Daher findet sich im Folgenden eine Vorstellung zu Amaya, den Marken, die der Mutterkonzern betreibt und den Chancen für Kunden und Kapitalanleger. Um das Informationspaket abzurunden soll aber zunächst auch etwas zur Firmengeschichte mit einfließen.

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Einführung in ein Stück der Firmengeschichte – Plötzlich waren sie überall

Amaya Inc, in diversen Quellen auch als Amaya Gaming bezeichnet, hat seinen Ursprung in Kanada. Der Konzern war stets ein Zulieferer für Glücksspielbetriebe. Richtig groß und bekannt wurde er aber im Online Glücksspiel in der Wahrnehmung vieler erst, als er 2014 die Online Poker Seite PokerStars übernahm, die zuvor vom Israelischen Geschäftsmann Isai Scheinberg ins Leben gerufen wurde. Auch FullTilt Poker gehört seither zum Markenportfolio der Firma. Denn das berüchtigte Team Full Tilt war mit dem eigenen Pokerangebot über einen Betrugsskandal gestolpert und musste zuvor an PokerStars verkaufen. Durch dieses mächtige Bundle, welches Amaya sich da auf einen Schlag ins Haus holte, war der Anbieter quasi über Nacht plötzlich der größte Online Glücksspielanbieter der Welt. Und damit war er auch allgegenwärtig. Das schon zuvor im Glücksspiel gewirtschaftet wurde interessiert kaum.

Die verschiedenen Brands des Anbieters

Amaya hat heute viele verschiedenen Marken, die im Glücksspielmarkt für die Endkunden etabliert sind. Die bekannten Namen werden sicherlich nicht nur manchem Leser ein Begriff sein, sondern beinahe jedem:

PokerStars

Das bereits weiter oben angesprochene PokerStars war die Initialzündung dafür, dass Amaya im Geschäft über Nacht zum Big Player wurde. Heute wirbt der Anbieter damit, dass es nirgends sonst eine vergleichbar große Anzahl an Turnieren gibt. Außerdem ist PokerSars einer der Publikumslieblinge im Portfolio des Konzerns. Bereits beim Kauf von den Scheinbergs hatte PokerStars einen exzellenten Ruf.

Full Tilt Poker

Full Tilt wirbt auch heute noch mit dem exzellenten und innovativen Spieldesign, welches sonst keiner bieten kann. Hierfür war Full Tilt tatsächlich auch bekannt. Allerdings trägt der Brand die Last eines Betrugsskandals mit sich herum, der aus den Köpfen vieler Spieler wahrscheinlich noch lange nicht ganz gelöscht ist.

BetStars

BetStars ist ebenfalls eine Marke aus dem Hause. Mit ihr wurde, wie unschwer zu erkennen ist, das Prinzip PokerStars um Sportwetten erweitert.

StarsDraft

Mit Stars Draft versucht man beim Anbieter am Trend der Daily Fantasy Sports teilzuhaben. Zwar fehlt noch einiges zu den Erfolgen der Konkurrenz von Fanduel und Draftkings, es zeigt sich aber, dass Amaya keine Firma ist, die einen Trend leichtfertig verschläft.

European Poker Tour

Auch die EPT wird von Amaya ausgerichtet. Der Ausrichter selbst nennt es auf der eigenen Website die populärste Pokertour der Welt hier spielt freilich der Marketingedanke ebenfalls eine Rolle, doch feststeht: Erfolgreich und bekannt ist sie auf alle Fälle. Ob nun Spitze der Welt oder zweitplatziert tut da nicht mehr sehr viel zur Sache.

Keine Unbekannten: Einige der Marken im Hause Amaya

Keine Unbekannten: Einige der Marken im Hause Amaya

PokerStars Caribbean Adventure

Unumstritten hingegen ist die Berühmtheit des PCA. Mit dem Kauf von pokerStars ging natürlich auch dies in die Hände des neuen Mutterkonzerns über. Das Prestigeträchtige Turnier wird jedes Jahr im Atlantis Resort und Casino auf Paradise Island ausgetragen.

Latin American Poker Tour und Asia Pacific Poker Tour

Die LAPT und APPT runden das Portfolio in Sachen Turnierpoker gut ab. Besonders die recht neue asiatische Tour ist, vielleicht weniger für europäische Fans aber immerhin wirtschaftlich, von enormer Bedeutung. Denn dort platziert das Marketing die Tour als vollwertiges Sportevent. Dabei kommt die asiatische Liebe zum Glücksspiel, die weit mehr als ein Klischee ist, der Expansion dort sehr entgegen.

Amaya Gaming – Die firmeneigene Softwaresparte

Doch nicht nur mit diesen sehr bekannten und zumindest teilweise sehr beliebten und guten Marken mischt man in Kanada am Glücksspielmarkt kräftig mit. Ebenfalls ein Teil der Firmenstruktur ist Amaya Gaming. Hierbei handelt es sich um die Softwaresparte von Amaya. Diese entwickelt Online- und Casinospiele. Ursprünglich bekannt war die Sparte Amaya Gaming unter Chartwell. Dann wurde sie 2011 ebenfalls durch den Konzern übernommen und der kanadische Softwarelieferant wurde auch namentlich an Amaya angepasst. Amaya Gaming ist vor allem deshalb so beliebt, weil es sich schon unter dem Namen Chartwell mit besonderer Lizenz Vielfalt rühmen konnte. Damit sind abwechslungsreiche und hochwertige Spiele geboten. Bei den Spielern, die sich ein wenig auskennen, ist die Softwareschmiede aber auch für die hohen Jackpots bekannt, welche die Spiele teilweise bieten.

Ebenfalls groß ist das Engagement in Poker Turniere

Ebenfalls groß ist das Engagement in Poker Turniere

Weiterhin hat Amaya Gaming sich einen Ruf erarbeitet, der besonders faire Praktiken und sichere Spiele beruht. Damit ist der Dienstleister nicht zuletzt in der Hochburg Großbritannien recht beliebt.

Einige Beispiele für online Casinos die mit der entwickelten Software laufen sind das Casino von NetBet, Cherry Casino, Deuce Club Casino und EU Casino. Weiterhin finden sich noch einige andere bekanntere und weniger bekanntere Online Anbieter auf der Kundenliste wieder.

Daten für Investoren

Amaya ist an der kanadischen Börse gelistet (WKN: A1JCW1 / ISIN: CA02314F1036) und kommt demnach auch für Investoren infrage. Doch wie gut macht sich das Unternehmen derzeit? Analysten stufen Amaya zurzeit jedenfalls mit „buy“ ein und prophezeien ein en recht hohen möglichen Gewinn von bis zu 44 Prozent an. Am Haupthandelsplatz in Toronto kostete eine Aktie zum Zeitpunkt dieses Artikels 20,10 Kanadische Dollar. Analysten haben ein Kursziel von 29,08 C$ vorgegeben. Wenngleich die genauen Angaben sicherlich variieren werden, bis dieser Artikel gelesen wird, so zeigt es doch, dass Amaya nach Ansicht der Experten sehr vielversprechend ist.

Dies belegen auch die Zahlen, die fix stehen bleiben werden. Von 2013 an (ca 100 Mio) über 2014 (ca 380 Mio) bis zuletzt 2015 (ca 940 Mio) hat der Jahresumsatz des Unternehmens sich stets vervielfacht. Sicher ist irgendwann ein Ende zu erwarten. Ein abrupter Absturz erscheint jedoch eher unwahrscheinlich.

Auch die Gewinne können mittlerweile erwirtschaftet werden. Stand 2013 noch ein Verlust von 20 Millionen Euro in den Bilanzen konnte dieser ein Jahr später schon auf 5 Millionen Euro reduziert werden. 2015 erwirtschaftete man ein Bilanzplus von rund 164 Millionen Euro. Operativ lag das Unternehmen im Übrigen ständig im Plus. 2015 sogar um 177 Millionen Euro.

Heute Teil des großen Konzerns: Publikumsliebling PokerStars und seine BetStars Abteilung für Sportwetten

Heute Teil des großen Konzerns: Publikumsliebling PokerStars und seine BetStars Abteilung für Sportwetten

Risiken – Was könnte schieflaufen, in der blendend aussehenden Zukunft des Konzerns?

Tatsächlich gibt es aber auch einige Risiken, die nicht übersehen werden sollten. Dies sind im Allgemeinen dieselben, wie sie für die komplette Glücksspielbranche im Internet gelten. Hier steht vor allem die teils schwierige Rechtslage im Vordergrund. Sollten sich hier negative Änderungen ergeben, dann wären die größten Firmen, also vor allem auch Amaya, natürlich auch am stärksten Betroffen. Erst zuletzt, im Juli 2016 machte Amaya Schlagzeilen, als es sich von jüdischen Markt zurückziehen musste, mit der Marke PokerStars. Seither wird auch über weitere Rückzüge spekuliert. Solche Vorkommnisse können Amaya stets schaden und auch Investoren über die Aktienkurse hart treffen.

Amaya will weiterwachsen

Vor etwa einem Jahr war der Anbieter allerdings noch in der Presse, weil ein großes Interesse am Kauf von Bwin, beziehungsweise party.bwin, vorhanden war. Zwar wurde aus dem Handel nichts, es scheint aber so, als wäre Amaya insgesamt och immer auf Einkaufskurs. Von Schwäche am Markt kann demnach derzeit noch keine Rede sein. Offenbar plant man sich noch gesünder zu wachsen.

Fazit zum Glücksspiel Riesen

Ein beeindruckendes Konstrukt, ist Amaya. Ein Geflecht aus Marken und Firmen, welches für absoluten Erfolg im Online Glücksspiel steht. Und vor allem, und dies ist beinahe wichtiger, steht Amaya für Qualität. Sogar eher beschädigte Markennamen wie Full Tilt blühen unter Amaya langsam wieder auf und machen Spieler glücklich. Und vor Jahren hätte sicher keiner geglaubt, dass Full Tilt Poker am Markt noch eine Chance hätte, nachdem sogar die Gelder der Kunden damals in Gefahr waren.

Rückblickend zu verdanken hat Amaya aber sicher auch einen großen Anteil seines Erfolgs Isai Scheinberg und seinem Schaffen mit PokerStars. Seit PokerStars gekauft wurde läuft es bei Amaya sprichwörtlich rund. Insgesamt macht Amaya vor allem bei der Einkaufsstrategie so einiges richtig. Auch bei Amaya Gaming hatte man seinerzeit ein glückliches Händchen.

Für die Zukunft sehe ich die Hauptaufgabe bei Amaya darin, den hohen Standard an Qualität auch zu halten und nicht nachzulassen, auf der Welle des Erfolgs. Denn dann, und auch dies ist bekannt, wandelt sich das Glück recht schnell, im Geschäft mit dem Glück.

Aus Sicht von Amaya und Anlegern, aber auch von betroffenen Kunden, bleibt zu hoffen, dass die verschiedenen rechtlichen Unsicherheiten nicht irgendwann ein Verhängnis von Amaya werden. Und da beziehe ich nicht nur tagesaktuelle Gerüchte mit ein. Das Risiko ist aus dieser Sicht stets vorhanden, in dem Geschäft. Nur nicht jedes Land, mit jeder Anzahl potentieller Kunden, wirkt sich gleich stark auf die Geschicke eines solchen Großkonzerns aus.

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