Betrüger entdecken die Zukunft – Wettbetrug im eSport

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 10.09.2018

Wie steil die beliebtheitskurve von eSport, auch im Bereich der Online Wetten, ansteigt wurde zuletzt schon oft thematisiert. Leider ist es aber eben auch so, dass auch Betrüger schnell die aktuellen Trends entdecken, mit denen sich dann viel Geld machen lässt. So ist der eSport, vor allem in Südkorea, wo er noch weitaus populärer ist und sogar schon lange im Fernsehen übertragen wird, was hierzulande erst gerade beginnt, das Ziel von Wettbetrug. Und dies ist mehrfach aufgefallen. Vor allem die Szene rund um das Spiel Starcraft schlittert in Südkorea von einem Skandal in den nächsten und jüngst wurde sogar der amtierende Vizeweltmeister in Untersuchungshaft gesteckt. Was Betrüger im eSport versuchen, welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden und ob man auch hierzulande Gefahr läuft Opfer eines Wettbetrugs bei der eigenen eSport Wette zu werden habe ich etwas besser herausgearbeitet und im Folgenden aufgeschlüsselt.

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Matchfixing – Spielmanipulation im eSport

Was in anderen Sportarten unter dem Begriff Spielmanipulation bekannt ist, dass wird im eSport schön modern aufbereitet und nennt sich Matchfixing. Grundsätzlich bleibt es aber dasselbe. Wie der Fall des südkoreanischen Starcraft 2 Vizeweltmeisters Lee Seung Huyn zeigt, in der Szene unter dem üblichen Pseudonym „Life“ bekannt, ist der eSport anfällig für diesen Betrug, bis in die obersten Ligen. Der Vizeweltmeister wurde nämlich scheinbar überführt. Er sollmehrfach gegen Geld bei unwichtigen Turnieren verloren haben. Bewusst. Während er an der Weltspitze scheinbar problemlos Spiel um Spiel gewann hatte er in der ganzen Saison eine Quote von 12 Siegen und 11 Verlusten. Üblicher Weise hätte diese Quote sehr viel besser ausfallen müssen. Dies weckte Aufmerksamkeit, die letztendlich zur Verhaftung des Spielers führte. Auch zuvor wurden schon Spielausschlüsse von der KeSPA ausgesprochen. Dabei handelt es sich um eine Art Südkoreanischen DFB für eSport. Diese galten auf Lebenszeit. Weitere Spieler bekamen Geldstrafen und wurden rechtskräftig verurteilt. Dies war im Jahr 2010, als eSport in Korea schon lange im Fernsehen ausgestrahlt wurde und sogar eigens gegründete TV- Sender schon existierten. Dass es nun zu Jahresbeginn einen weiteren Skandal gab erinnert ein wenig an die deutschen und europäischen Verhältnisse und immer wiederkehrenden Betrug bei Fußballwetten.

Wie anfällig ist der eSport für Wettbetrug?

Muss also auch hierzulande mit Wettskandalen im eSport gerechnet werden? Eins ist klar: Der eSport ist extrem anfällig für Wettbetrug. Auch Matchfixing aus sportlichen Gründen ist recht verbreitet. Cheats und Spielmanipulation scheinen noch an der Tagesordnung. Deshalb kann man ja, auch nur auf die ganz großen, besser überwachten, Turniere setzen.

Doch auch hier ist eSport sicherlich noch extrem anfällig. Zumindest gegen Absprachen sind die großen Ausrichter von Turnieren, also im Wesentlichen MLG und ESL kaum gefeilt. Je geringer eine Mannschaftsgröße ist, desto gefährlicher wird es im eSport mit dem Wettbetrug. Mannschaftsgrößen können bei einem Spieler pro Team losgehen und bis zu 4 oder gar mehr erreichen. So werden beispielsweise Shooter im Grunde stets durch Teams gespielt, die aus mehreren Spielern bestehen. Ein allgemein beliebtes Beispiel stellt hier Call of Duty dar, eines das vor allem im eSport beliebt ist CS:GO. Eben Starcraft 2 spielt man alleine. Zu einer Abmachung gehören lediglich zwei. Daher ist fast mit Sicherheit davon auszugehen, dass dies auch hierzulande entweder schon vorgekommen ist oder dann vorkommt, wenn der eSport hier einen ähnlichen Bekanntheitsgrad erreicht, wie er ihn in Asien schon seit mindestens einem Jahrzehnt hat.

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Wie wird gegen die Problematik vorgegangen?

Grund zum Optimismus gibt es allerdings auch. Gewarnt durch die Vorkommnisse in Fernost und erste Auffälligkeiten in Europa hat beispielsweise die ESL (Electronic Sports League) bereits Verträge mit Sportradar abgeschlossen. Enthalten sind nicht nur Dienstleistungen der Datenerfassung und deren Statistischen Aufbereitung, was bekanntlich das Hauptgeschäft bei Sportradar in solchen Fällen ist, sondern auch das Scannen nach Unregelmäßigkeiten. Ein Matchfixing, wie es in Korea der Fall war, würde demnach vermutlich zwar nicht sofort, aber deutlich früher Fragen aufwerfen.

Gewarnt durch jene Regionen, in denen eSport schon eine feste Größe in der Mitte der Gesellschaft ist, kann Wettbetrug im eSport hier also vielleicht schon vorab recht wirkungsvoll eingedämmt werden. Auch Erfahrungen aus dem klassischen Sport, den Sportwetten und den damit verbundenen Wettskandalen kann man im eSport, sozusagen als jüngster Sport überhaupt, sicherlich gut verwerten. Man weiß immerhin wo typischer Weise die Schwachpunkte liegen und kann vorab dagegen vorgehen, dass diese ausgenutzt werden. Weiterhin hat man einen großen Vorteil, den normale Sportwetten nicht bieten. Zwar sind die Sportler anfällig für Matchfixing, Doping im eSport und andere Betrugsversuche, einen Schiedsrichter zu bestechen, wie es beispielsweise bei Fußballwetten möglich ist, kommt im eSport wohl kaum infrage. Denn der Schiedsrichter ist das Spiel. Und dieses ist unbestechlich programmierbar. Tatsächlich scheint es also so, als wäre der eSport also in manchen Bereichen weniger anfällig für Wettbetrug, als es klassischer Sport ist.

Was kann ein Freund von Online Wetten tun um sich zu schützen?

Sich selbst und die eigene eSport Wette vor einem Wettbetrug im eSport zu schützen ist nicht leicht. Absolute Sicherheit gibt es, ähnlich wie bei anderen Sportarten, nicht. Ein gutes Stück weit muss man auf die Buchmacher und die Ligen, beziehungsweise die Ausrichter eines Turniers, vertrauen. Des Weiteren gibt es aber einige Warnhinweise, wie beispielsweise statistisch arg abweichende Ergebnisse, die ein Anzeichen sein können. Den Fall in Korea hätte sicherlich auch einer aufdecken können, der sehr genaue eSport Wetten tätigt.

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Weiterhin sollten Wetten unbedingt nur bei vertrauenswürdigen Buchmachern abgegeben werden. Wettbetrug im eSport wird am ehesten dort stattfinden, wo es um keine großen Titel, wie die Weltmeisterschaft geht. Nun einen neuen Buchmacher zu suchen, nur deshalb, weil der eigene immer nur Finalspiele und ähnliches, der neue aber weitaus mehr, listet kann ein Fehler sein. Denn die Auswahl der Buchmacher kann gute Gründe haben. So haben diese sicherlich ein Auge darauf, dass es nicht so einfach zu einem Wettbetrug im eSport kommen kann. Mehr Wetten wären da nicht zwangsläufig besser. Besser ist es auf die Vorauswahl der gut getesteten Buchmacher zu vertrauen. Hier sind beispielswiese Bet365 und Mobilbet zu empfehlen.

Weshalb ist Wettbetrug im eSport in Finalrunden kaum zu erwarten?

Finalrunden großer eSport Turniere sind hingegen äußerst wenig anfällig für Wettbetrug und Matchfixing im Allgemeinen. Der Grund ist einfach: Hier stehen Preisgelder zur Eroberung bereit, auf die viele Sportler in Randsportarten neidisch werden könnten. Mehrere hunderttausend Euro, bis hin zur Millionengrenze können Top eSportler im Jahr mit diesen Beträgen verdienen. Da wäre es sehr überraschend, wenn diese satten Beträge einfach für einige tausend Euro Bestechungsgeld links liegen gelassen würden. Und damit fehlt einem Betrüger, der eine Wette manipulieren will, schlicht der Ansatz. Bestochen werden meist Menschen mit wirtschaftlichen Problemen. Und diese lassen sich mit einem Preisgeld von hunderttausenden Euro sicher besser bekämpfen, als mit wenigen hundert Euro Bestechungsgeld, wie sie in unteren Ligen im eSport, im Fußball oder bei anderen Sportarten ganz allgemein immer ausreichend wären. Damit ist der eSport, zumindest in den Spitzenwettkämpfen, auch ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einer Entlohnung, von der Sportler leben können, auch das Risiko für Wettbetrug eindämmen kann.

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Für die Buchmacher und ihre Kunden ist dies durchaus eine gute Nachricht. Denn auch wenn Wettbetrug im eSport ein Problem ist, dann sind aktuelle eSport Wetten doch recht sicher.

Wettbetrug im eSport – Ein Fazit

Insgesamt stellt sich Wettbetrug im eSport und Matchfixing, also Spielmanipulation, im Ganzen als großes Problem dar. Doch es ist nicht unlösbar. Durch frühzeitiges Gegensteuern der Verantwortlichen sehe ich sogar eine sehr große Möglichkeit, dass der eSport weitaus jünger zum sauberen Sport wird, als andere, klassische Sportarten dies schaffen konnten. Der Vorteil ist der, dass man bei Maßnahmen gegen Wettbetrug im eSport von anderen Sportarten und ihren fehlern lernen kann. Auch ist man zumindest in unserer Region durch das gewarnt, was in Asien bereits geschehen ist.

Nur eines sollte man keinesfalls. Dieses Problem darf nicht künstlich kleingeredet werden, wie es im Fußball in der Vergangenheit häufig den Anschein hatte. Denn dann werden Maßnahmen nicht rechtzeitig ergriffen und der Wettbetrug im eSport kann sich erst ausbreiten, bevor er dann viel zu spät bekämpft wird. In erster Linie der ESL scheint es zu verdanken zu sein, dass es derzeit nicht danach aussieht.

Sehr sicher sind die Wetten, die bereits breitflächig angeboten werden. Hier hat Wettbetrug im eSport deshalb keine Chance, weil die Preisgelder so enorm sind, dass eine Manipulation schwerfallen dürfte. Dank hoher Verdienste im Sport fällt den Betrügern schwer, einen Ansatzpunkt für Betrug zu finden. Ein Umstand, an dem sich manch andere Sportart, in der Sportler durch Initiativen wie der deutschen Sportlotterie gefördert werden müssen, sogar noch ein Beispiel nehmen könnte. Die derzeit angebotenen eSport Wetten sind daher recht sicher und frei von Betrug.

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