Die Bundesliga Saison 2016/17 – Saison der Regeländerung im Fußball

Zuletzt aktualisiert & geprüft: 20.09.2018

Fußballfans und Sportwetter au Deutschland freuen sich sicher gleichermaßen. Bals ist es so weit und die neue Fußball Bundesliga Saison beginnt. Endlich kann wieder mit gefiebert, getippt und gejubelt werden. Und manchmal, dies liegt in der Natur der Dinge, regt sich der echte Fan auch mal auf. Und dies geschieht besonders dann, wenn Regeln im Fußball dafür sorgen, dass sich eine Mannschaft benachteiligt fühlt. Einige dieser Regeln gelten aber zu neuen Saison nicht mehr. Andere wurden hingegen so geändert, dass sicher Situationen entstehen, wo sich Spieler und Fans gleichermaßen das bisherige Regelwerk zurücksehnen. Bereits seit dem 1. Juni greifen die neuen Regeln, welche die zuständige Stelle (IFAB) sich ausgedacht und beschlossen hatte. Insgesamt sind es über 95 neue Regeln oder geänderte bestehende Regeln. Auf die wichtigsten, die zumindest die reinen Bundesligisten dieser Tage bei Testspielen das erste Mal kennenlernen, während ihre Kollegen bereits zur EM 2016 in Frankreich damit umgehen mussten, will ich im Folgenden einmal genauer eingehen.

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Die neue Regel für den Anlauf zum Elfmeter

Die erste neue Regel ist auch gleichermaßen die einzige, von der man im Zuge der Europameisterschaft unter Umständen etwas mitbekommen hatte. Dort war sie teils heftiger Diskussionspunkt der Fußball Kommentatoren. Diese neue Regel besagt, dass man während des Anlaufs zum Elfmeter nicht mehr stehenbleiben darf. Wer dagegen verstößt sieht eine gelbe Karte und der Gegner erhält einen indirekten Freistoß zugesprochen. Im Vorfeld wurde gemunkelt, dass einige Spieler, nicht nur in der Bundesliga, sondern auch international, diese Regel hassen werden. Namentlich genannt wurde gerne Messi.

Und tatsächlich gab es bereits im Laufe der EM einige Situationen, in denen zumindest die Kommentatoren sich zunächst nicht einig waren, ob denn der Elfmeter nun regelgerecht ausgeführt wurde oder nicht. Letztendlich stellte sich heraus: Die betroffenen Schüsse wurden stets rechtmäßig ausgeführt. Denn nur vom kompletten Abstoppen ist im neu formulierten Regelabschnitt die Rede. Wer lediglich etwas Abbremst um den Torwart zu verwirren, der bewegt sich gerade noch m Rahmen des Erlaubten. Dennoch wird diese Regel sicher in Zukunft noch für Diskussionen folgen. Denn wer vermag nun schon in kürzester Zeit zu entscheiden, ob ein Spieler nur sehr langsam wurde, oder doch für den Bruchteil einer Sekunde ganz zum Stillstand kam?

Für Sportwetten ist diese Regel ebenfalls sehr interessant. Wer gerne eher riskante Tipps wählt und darauf setzt, dass ein Spiel einen Elfmeter von Mannschaft X enthält, der Erfolg bringt, der wird unter Umständen in Zukunft umdenken müssen. Gerade Kandidaten wie Messi könnten auf lange Sicht tatsächlich einen Teil ihrer exzellenten Elfmeter Quote einbüßen. Wetten wären damit zunächst riskanter.

Das Ende der Dreifachbestrafung

Im Fußball oft beklagt wurde die so genannte Dreifachbestrafung im Strafraum. Wer zu hart angriff, der konnte mit einer dreifachen Strafe rechnen. Zunächst gab es die rote Karte. Dann einen Strafstoß. Im weiteren Verlauf erfolgte die Sperre aus der Folge des dauerhaften Platzverweises. Manche Kritiker zählen letzteres nicht als eigenen Punkt auf und reden von der Zweifachbestrafung. Egal wie man zählt: Diese Strafe wurde nun insofern abgeschwächt, dass der Schiedsrichter keine rote Karte zücken muss, sofern der Angriff dem Ball galt. Dies wird sicherlich einige Situationen in Zukunft auf faire Weise entschärfen. Dennoch bietet es auch neuen Raum für Streitereien und Diskussionen. Denn welcher Angriff dem Ball galt ist wieder Ermessens- und Wahrnehmungssache des Unparteiischen. Harte Gegner dieser Regeländerung haben auch bereits verlauten lassen die Strafe sei nun zu sanft. Man könne es darauf anlegen, dass es ja „nur“ den Elfmeter gäbe und dieser dann gehalten wird. Hier wird wohl viel Feingefühl der Unparteiischen gefragt sein.

Spieler darf auch ohne Schuh spielen – Dresscode im Fußball nach Regeländerung gelockert

Eine weitere bedeutende Regeländerung ist die, dass ein Spieler im Fußball nun zumindest bis zur nächsten Unterbrechung auch ohne seinen Schuh weiterspielen darf. Dem war nicht immer so. Da der Schuh ein „fester Bestandteil“ der Bekleidung eines Fußballers ist bekam man streng nach Regelwerk bislang Probleme, wenn man diesen verloren hatte und den Ball dennoch spielte. Der Gegner bekam einen indirekten Freistoß zugesprochen, in manchen Fällen gaben Schiedsrichter sogar die gelbe Karte, wenngleich dies nicht vorgeschrieben war. Bislang hat sicher beinahe jeder solch einen Fall einmal mitbekommen, in dem ein Spieler den Schuh verliert. Besonders gefährlich war dies dann, wenn der Spieler der Abwehr angehörte, aber eigentlich nicht mehr zum Ball durfte um schlimmeres zu verhindern. Dies geht nun. Durchaus fair. Denn ohne Schuh ist man immerhin genug gehindert. Allerdings hatte sicher auch die alte Regel ihren Sinn. So ganz ohne Schuh unter die Stollen des Angreifers zu geraten ist sicherlich unangenehmer, als nur einen Freistoß abwehren zu müssen.

Die Farbe der Unterwäsche wird geregelt – Dresscode wohl doch nicht so locker, mit der Regeländerung

Hat man gerade noch gedacht, dass man einige sinnvolle Erleichterungen, gerade was den Schuh und damit die Kleidung betrifft, eingearbeitet hat, wird man direkt eines Besseren belehrt. Tatsächlich wird nun sogar die Unterwäsche eines Spielers geregelt. Zumindest dann, wenn sie sichtbar ist, muss sie farblich zum Trikot passen. Genauer gesagt zur Hose. Dies gilt vor allem für Socken. Sicherlich auch für lange Unterwäsche, die von einigen Spielern an kalten Tagen unter dem Trikot getragen wird. Wie es nun bei einer sehr hoch getragenen Boxershorts ist, die über der Trikothose hervorblitzt, wird die Praxis bei der Regelauslegung zeigen müssen. Wird die Regel sehr genau genommen, dann müsste man hier in Zukunft ebenfalls auf die Farbe achten. Diese Regel birgt also zumindest den Stoff, für kuriose Situationen in der Bundesliga Saison 16/17.

Behandlungspausen in Rekordzeit – Nach Regeländerung muss der Spieler nicht mehr zwingend vom Platz

Jeder kennt es: Ein Spieler stürzt. Er hat schmerzen und krümmt sich. Um schlimmeres auszuschließen eilen die Ärzte zu ihm. Es stellt sich heraus, dass der Schmerz bereits nachlässt und eigentlich nichts ist. Alles dauert nicht länger als 20 Sekunden. Dennoch: Der Spieler muss wegen dieser „Behandlungspause“ vom Platz. Mitspielen ist erst nach der nächsten Unterbrechung wieder erlaubt.

Ob hier 2 Sekunden, wie die Regeländerung sie vorsieht, reichen um wieder fit zu werden?

Ob hier 2 Sekunden, wie die Regeländerung sie vorsieht, reichen um wieder fit zu werden?

Für genau diesen Fehlalarm wurde nun die Regeländerung eingebracht, welche besagt: Behandlungspausen von bis zu 20 Sekunden können genommen werden ohne dass man vom Platz gestellt wird. In der Praxis ist diese Zeitspane aber so gering, dass nicht zu erwarten ist diese Regel an den ersten Spieltagen der Bundesliga Saison zu sehen.

Der Anstoß in die eigene Hälfte – Nach Regeländerung erlaubt

Bislang musste der Anstoß mit einem pass nach vorne ausgeführt werden. Dies hat die aktuelle Regeländerung nun beendet. Künftig darf auch ein Rückpass in die eigene Hälfte vom Mittelpunkt erfolgen. Tatsächliche Änderungen für den Spielverlauf erwarte ich hierdurch keine. Es entfällt viel mehr die Notwendigkeit erst nach Vorne und dann gleich zurück zu passen, wie es bislang einfach gemacht werden konnte.

Endlich – Regeländerung bedeutet das Ende der Angriffsmauer

Zuletzt war die so genannte Angriffsmauer groß in Mode. Bei direkten Freistößen wurde eine Mauer gebildet die ähnlich aussah, wie die Mauer der Abwehr. Allerdings hatte sie nur einen Zweck. Der Torwart sollte keine freie Sicht haben. Im letzten Moment wurde diese unfaire Mauer dann aufgelöst um einen freien Schuss zu ermöglichen, den der Torwart sehr schwer erahnen kann. Hier haben sich durchaus findige Taktiker etwas ausgedacht, was faktisch nicht dem Sinn der Regeln im Fußball entsprach. Ein Glück, dass die Regeländerung dies nun ein für alle Mal unterbindet.

Einwürfe müssen nach Regeländerung mit beiden Händen ausgeführt werden – Nun wirklich

Einwürfe mussten im Grunde schon immer mit beiden Händen ausgeführt werden. Dies bekommt man schon als Schüler im Sportunterricht beigebracht. Der Ball soll über dem Kopf von beiden Händen ins Feld gegeben werden. Die bisherigen Regeln waren hier aber offenbar nicht deutlich genug. Es wurde Mode den eigentlichen Wurf mit nur einer Hand auszuführen. Die andere kam als „Stützhand“ zum Einsatz. Die aktuelle Regeländerung hat hier nachgebessert. Mal sehen, wer die nächste Lücke findet.

Trinken ist wichtig. Mit der aktuellen Regeländerung im Fußball wurde dies gewürdigt.

Trinken ist wichtig. Mit der aktuellen Regeländerung im Fußball wurde dies gewürdigt.

Erleichterungen für Schiedsrichter und Spieler

Neben etlichen weiteren Änderungen der Fußballregeln, die alle zu nennen jeden Rahmen sprengen würde, zumal es meist noch weitaus weniger einschneidende Detailänderungen sind, gibt es auch drei kurz zusammenfassbare Erleichterungen, die sowohl Schiedsrichter, als auch Spieler betreffen.

Letztere können nun bei besonders heißen Temperaturen aufatmen. Trinkpausen werden fest im Regelwerk verankert. Verlorene Zeit wird dann nachgespielt. Es kann gut sein, dass man diese Regelung vor allem zur WM in der Wüste in Anwendung sieht.

Der Schiedsrichter hingegen kann die Vorteilsregelung nun auch mit einer Hand anzeigen. Bislang musste er sich deutlich mehr anstrengen. Er musste beide Hände heben.

Weitaus einschneidender: Der Unparteiische kann erst jetzt auch schon vor Anpfiff rote Karten verteilen. Zwar darf eine Mannschaft dann dennoch zu elft auflaufen, die Unparteiischen sind aber beispielsweise gestärkt, wenn Spieler schon im Vorfeld einer Partie, eventuell durch vorangegangene Spiele verärgert, gegen einen Schiri schimpfen.

Noch nicht entschieden – Diese Regeländerung wurde bislang nur diskutiert, hat aber Potential!

Eine richtig eischneidende Regeländerung wurde noch nicht beschlossen. Sehr wohl dachte man aber darüber nach. Hin und wieder gibt es im Fußball die Situation, dass der Torwart außer Gefecht ist. Womöglich am Ball vorbei gesprungen. Einzig und allein die Abwehr kann es noch richten. Ein Feldspieler nutzt die Hand auf der Torlinie. Er verhindert ein Tor. Zwar gibt es einen Elfmeter, aber den kann man immerhin vielleicht halten. Ein Tor wäre ein Tor gewesen. Dies ist äußerst unfair, aus Sicht des Verteidigers aber durchaus nachvollziehbar.

Man diskutiert nun, ob es statt eines Elfmeters nicht ein Tor geben sollte. Unfair dann nur: Was, mit all diesen Handspielen, die in der Zeitlupe so aussehen, als wäre die Hand tatsächlich nur aus versehen im Weg gewesen? Man darf gespannt sein, was die Zukunft im Fußball so bringt. Den Chip im Ball fände ich persönlich weitaus sinnvoller.

Auf die Uhr schauen und die Nachspielzeit merken wird wohl an heißen Tagen künftig zum Standard.

Auf die Uhr schauen und die Nachspielzeit merken wird wohl an heißen Tagen künftig zum Standard.

Fazit zur weitreichenden Regeländerung in der Bundesliga

Im Kleinen und im Großen wurden die Fußball Regeln an vielen Stellen ausgebessert und, wie die Verantwortlichen betonen, vor allem auf einen vernünftigen Stand gebracht, der die Erfordernisse der heutigen Zeit berücksichtigt. In vielen Punkten sehe ich dies ähnlich. Beispielsweise die Dreifachbestrafung sehe ich als einen Punkt, der schon früher hätte geändert werden können. Auch störende Regeln, wie die mit den Schuhen eine war, wurden entfernt. Toll! Allerdings sehe ich auch manch unnötige Neuregelung. Ob die Farbe der Socken nun wirklich so wichtig ist, wo doch oft alle grelle und bunte, teils verschiedenfarbige, Schuhe tragen? Dies spiegelt zwar lediglich meine persönliche Meinung wieder, ich denke aber man darf daran auch mal zweifeln.

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