Die großen Gründer: Der Erfinder von Ultimate Bet – Greg Pierson und Partner

Einen eher negativen Einfluss auf den Ruf, den das Online Glücksspiel genießt, hatte Ultimate Bet von Greg Pierson. Der Anbieter für Online Poker war Dreh- und Angelpunkt eines waschechten Betrugsskandals, der alles zu bestätigen schien, was Gegner von Glücksspiel schon immer vermuten. Sogar ein echter Pokerprofi und World Series of Poker Main Event Gewinner war verwickelt. Deshalb gibt es Ultimate Bet heute auch nicht mehr.

Der ausgewogenen Berichterstattung wegen, und wegen der traurigen Bedeutung, die mit Ultimate Bet für Online Spieler einhergeht, soll im Folgenden dennoch etwas genauer auf die Geschichte und vor allem die Gründer von Ultimate Bet, vor allem auf Greg Pierson als Hauptgründer, eingegangen werden.

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Greg Pierson – Die wichtigen Daten

Der 1967 geborene Greg Pierson war in Oregon zur Welt gekommen und aufgewachsen. Dort machte er auch, an der Oregon State University einen Abschluss in Wirtschaft. Im Jahr 1999 gründete der selbstbewusste Computer Geek Greg Pierson seine erste eigene Firma. Eine Softwarefirma die den Namen ieLogic trug. Diese könnte sehr gut informierten Gamern und vielleicht sogar Freunden von eSport Wetten ein Begriff sein. Denn es wurde Software entwickelt, die in Massive Multiplayer Online Rollenspielen (MMORPG) zum Einsatz kam.

Greg Pierson – Erfolgreicher Aufstieg mit Ultimate Bet

Mit dieser Software Firma hatte er auch die Grundlage für den späteren Erfolg der Ultimate Bet Poker-Seite geschaffen, zu deren Gründer er gehörte. Denn seine Firma war es, die für die benötigte Software verantwortlich sein sollte. 2004, also drei Jahre nach erfolgreichem Startschuss für Ultimate Bet wurde die Firma dann aber geschlossen. Stattdessen gründete er zwei neue Firmen. Eine davon nannte sich Iovation und übernahm Softwareentwicklung und Risikomanagement bei Ultimate Bet. Diese Firma war später auch bei Ultimate Poker als Dienstleister tätig. Dies sollte nach im Folgenden genauer erläuterten Skandal für einige schlechte Publicity für Ultimate Poker führen. Ultimate Poker trennte sich schnell von Iovation und Greg Pierson. Dieser konnte Iovation aber dennoch auch weiterhin leiten.

Ultimate Bet wechselte einige Male den offiziellen Besitzer. Greg Pierson blieb über die Software aber stets weit im inneren Kreis.

Der Ultimate Bet Betrugsskandal und die Beteiligung des Greg Pierson

Eigentlich standen die Zeichen nicht schlecht, für Greg Pierson. Doch leider kam es 2008 zur Aufdeckung eines handfesten Skandals um Ultimate Bet. So sollten sich verschiedene Insider der Firma einen unfairen Vorteil auf der eigenen Seite verschafft haben indem sie sich einen Superuser Status gaben, der ihnen ermöglichte auch die Karten der anderen Spieler zu sehen. Greg Pierson war schon deshalb verantwortlich, weil seine Softwareschmieden diesen "God Mode" erst eingebaut hatten, was keinesfalls hätte passieren dürfen.

Beser als jedes Ass im Ärmel war die Software von Greg Pierson zum Betrug geeignet.

Beser als jedes Ass im Ärmel war die Software von Greg Pierson zum Betrug geeignet.

Mindestens in einem Fall musste Ultimate Bet dies auch öffentlich eingestehen. So wurde Ende März 2008 bekannt gegeben, dass ein Spieler namens Nionio zuvor immerhin anderthalb Jahre ungestört betrügen konnte. Aufgefallen war dies letztendlich nur durch seine unglaublich hohe Gewinnrate.

Es gab Gerüchte, dass auch Greg Pierson direkt am Betrug beteiligt gewesen sein soll und so Gelder für die eigenen Firmen besorgt habe. Bewiesen wurde dies allerdings nie. Letztendlich kam aber immerhin 2013 eine Aufzeichnung an die Öffentlichkeit, beider es in einem Meeting um das Verschleiern von Betrug gegangen war. Und dort war Greg Pierson eindeutig anwesend. Zumindest Verheimlichung darf ihm also ohne Zweifel angelastet werden.

Jon Karl – Der Partner von Greg Pierson

Vergleichsweise wenig ist zu Jon Karls Rolle bekannt. Auch er war in Oregon zur Universität gegangen und hatte danach bei einigen namhaften Firmen wie HP gearbeitet. Er sollte Greg Piersons Partner werden, als dieser ieLogic gründete und war damit zwangsläufig auch am Ultimate Bet Launch beteiligt. Später arbeitete er weiterhin mit Greg Pierson bei Ivation zusammen.

Auch hier legen die Beweise nahe, dass Jon Karl direkt am Betrugsskandal beteiligt war. Bewiesen werden konnte aber auch ihm nichts Eindeutiges. Rückblickend macht ihn die weitere Zusammenarbeit mit Greg Pierson umso schuldiger. Denn ein Unschuldiger hätte nach den Vorfällen sicherlich, bemüht den eigenen Ruf zu retten, Abstand genommen.

Russ Hamilton – Die betrügerische Berühmtheit

Ein Name der Pokerfreunden ein Begriff sein sollte ist Russ Hamilton. Der Pokerspieler versuchte sich zunächst in Elektrotechnik, entschied dann aber als professioneller Spieler ein einfacheres leben führen zu können. Er spielte zunächst in der Untergrund Szene in Detroit, zog dann aber nach Las Vegas um einem professionellen Black Jack Team beizutreten. Doch es zog ihn schnell zurück zum Poker. 1994 gewann er dann das WSOP Main Event und war in aller Munde.

Für ein besseres leben nach Las Vegas hieß es für den Profi.

Für ein besseres leben nach Las Vegas hieß es für den Profi.

Wie genau die Beteiligung des Russ Hamilton in Ultimate Bet ausgesehen hatte war nie gänzlich klar. Es wird vermutet, dass er schon zum Start des Unternehmens in Ultimate Bet investiert hatte. Außerdem war er als WSOP Sieger natürlich ein tolles Aushängeschild für den Online Poker Anbieter.

Doch bei den Ermittlungen der Glücksspielbehörden wurde deutlich: Ausgerechnet Russ Hamilton schien der Hauptverantwortliche zu sein, für den Betrugsskandal. Auf einem Band, dass 2013 ans Licht kam hört man ihn sagen er habe das Geld einfach genommen und nicht einmal versucht das richtige zu tun.

Phil Hellmuth – der Mann mit der weißen Weste

Der im Jahr 64 geborene professionelle Pokerspieler, der mit 13 Armbändern der World Series of Poker, darunter auch einem für das Haupt Event 1989, und einem Platz in der Poker Hall of Fame eine echte Legende ist, stand als Aushängeschild von Ultimate Bet ganz offiziell mit seinem guten Namen zur Verfügung. Er half auch bei der Software Entwicklung und stand zu diesem Zweck beratend zur Seite.

Er, bei dem man sich recht sicher ist, dass er nichts mit dem Betrug zu tun hatte, ist zu bemitleiden. Von allen Poker Seiten geriet er ausgerechnet an die eine, die einen großen Skandal fabriziert. Er war eigentlich ein Freund von Greg Pierson. Doch als dieser ihn mit einem Skandal in Verbindung brachte positionierte er sich öffentlich weit abseits der Ultimate Bet Clique und gab klar zu verstehen, was er von dem Skandal hielt. Die Schadensbegrenzung für seinen Ruf gelang zum Glück weitestgehend.

Weitere Wellen des Betrugsskandals

Im Zuge der verschiedenen Verkäufe von Ultimate Bet gehörte die Seite auch immer wieder zu Netzwerken für die Greg Pierson dann auch die Software entwickelte. Außerdem wurden auf anderen Seiten, die ebenfalls zu Ultimate Bet gehörten, unter anderem Handelsnamen dieselben Programme angeboten. Dass bei letzteren das Betrugsproblem ebenfalls aktuell war erklärt sich beinahe von selbst. Immer wieder wurde aber auch vermutet, dass dieses Problem auch andern Anbieter betreffen könnte. Bewiesen wurde dahingehend wohl nie etwas.

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Zur Zeit des Skandals gehörte Ultimate Bet aber zu Firma Tokwiro Enterprises. Diese betrieb auch Absolute Poker. Und hier war nur wenige Monate zuvor ein ähnlicher Skandal entstanden, der es lediglich nicht so spektakulär in die Medien schaffte. Dies spricht schon eine deutliche Sprache und lässt tatsächlich vermuten, dass da noch mehr war, als letztendlich ans Licht kam. Wichtig ist heute jedoch eher, dass Greg Pierson und seine Partner nicht mehr am Glücksspielmarkt teilnehmen. Außerdem zeigt es deutlich: Staatliche Regulierung im Rahmen einer Legalisierung kann auch Sinn machen. Dann können Behörden solche Fälle aufdecken und ahnden. Dies ist sicherlich auch in Hinsicht auf die Legalisierung der Sportwetten in Deutschland ein interessantes Thema. Da könnte man Poker ebenfalls, und zwar dann weitaus sicherer, mit legalisieren.

Ein Fazit zu Greg Pierson und seinen Partnern bei Ultimate Bet

Man könnte auch titeln „Greg Pierson und seine Spießgesellen“. Es scheint so, auch wenn dies nie allen bewiesen werden konnte, dass hier die Geldgier die Liebe zum Spiel bei weitem überstieg. Immerhin ist von bis zu 22 Millionen Dollar die Rede, die betrügerisch gewonnen werden konnten. Dass diese Zahl weiter oben im Text nicht auftaucht liegt daran, dass nie eine offizielle Zahl sicher bestimmt werden sollte.

Die Tatsache, dass Greg Pierson und Jon Karl später über Iovation wieder indirekt im Glücksspiel Geschäft ertappt wurden lässt darauf schließen, dass hier auch keinerlei echtes Unrechtsbewusstsein vorliegt. Selbst wenn die beiden Männer unschuldig wären und Russ Hamilton intern ein Alleintäter gewesen wäre, so müsste doch ein normaler Mensch ahnen, dass er sich in Zukunft besser aus dieser Branche möglichst weit heraushält.

Der schlimmste Verbrecher an dieser Stelle dürfte aber Russ Hamilton sein. Auch in den USA ist Poker als Glücksspiel verrufen und, wenn auch kulturell akzeptierter als hierzulande, längst nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es wundert schon sehr, wenn gerade ein professioneller Poker Spieler und World Series Sieger seinem Sport, als dem Poker wahrgenommen werden will und der es meiner Meinung nach auch ist, einen solchen Bärendienst erweist.

Leid tut mir nur Poker Legende Hellmuth aufrichtig. Sicher hätte er im Traum nicht geahnt, dass er seiner Leidenschaft einen solchen Imageschaden zufügen würde. Wie hätte er es auch ahnen sollen?