Gut oder schlecht – Wie sehen Sportler selbst Wetten auf Ihren Sport?

Es gleicht teilweise einem Glaubenskrieg. Auf der einen Seite stehen jene, die Sportwetten im Internet für etwas Gutes halten. Etwas, dass längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist und ohne Einschränkung erlaubt sein sollte. Vernünftig reguliert vielleicht, aber immerhin erlaubt. Andere stehen dem gegenüber, die Online Sportwetten für das Böse überhaupt halten. Es treibe die Spielsuchtzahlen in die Höhe und würde auf Dauer Familien, Leben und womöglich eine ganze Volkswirtschaft zerstören. Zwei recht radikale Ansichten. Beide gibt es in der Bevölkerung ebenso, wie auch in der Politik. Die Einen würden Online Sportwetten am liebsten wieder ganz verbieten, dürfen es aber nicht, den Andere, wie man am Beispiel Schleswig-Holstein sehen kann, geht die geplante Regulierung der Sportwetten im zweiten Glücksspielstaatsvertrag nicht weit genug und auch Online Casinos sollten inkludiert werden.

Welche der Meinungen von uns vertreten wird lässt sich an diversen Stellen nachschlagen und liegt irgendwie auch auf der Hand. Doch wie sehen eigentlich jene die Online Sportwetten, die selbst deren Gegenstand werden? Die Sportler selbst, auf deren Geschicke jede Woche stattliche Beträge gesetzt werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel anhand dreier aktueller Beispiele nach.

Oliver Kahn Online Sportwetten

Einer der Sportler mit klarer Einstellung zu Online Wetten

Oliver Kahn – Er setzt sich für Online Sportwetten ein

Oliver Kahn, Ex Nationalkeeper, Torwartlegende und heute noch aktiver Fachmann in den Medien hat eine recht klare Einstellung zum Thema Online Sportwetten. Er ist geradezu bekannt dafür für eine Öffnung des Marktes für Online Sportwetten zu plädieren. Dieser Eindruck mag in der breiten Masse auch deshalb entstehen, weil Kahn als Werbegesicht des Buchmachers Tipico auftritt. Und dies schon geraume Zeit. Klar erscheint also dass der Titan einer ganzen Fußball Generation zumindest keine starke Abneigung gegen Online Wetten hegen kann. Sonst würde er ja diese Werbung sicher nicht machen.

Tatsächlich gab Oliver Kahn selbst bereits oft genug Stellungnahmen zum Thema ab, die eindeutig für eine Haltung Pro Online Sportwetten sprachen. Diese wurden lediglich meist nicht so laut gehört, wie die medial natürlich auffälligere Werbung des Buchmachers Tipico.

 
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Die Sportwetten sieht Kahn nach eigenen Aussagen als ein „Teil der Spielkultur“ im deutschen Fußball. Und er hatte bereits geäußert er fände es gut, dass viele Million deutscher Fußballfans mit ihrem Fachwissen, sofern es denn auch als solches stimmt, mit Sportwetten Geld verdienen können. Und auch den Faktor Spaß lobte Kahn bereits mehrfach, in Verbindung mit Sportwetten im Internet.

Die Einstellung Kahns ist also maximal liberal. Oder aus Sicht der Wettgegner vielleicht auch ein maximales Grauen.

Uli Borowka bekennt sich deutlich gegen Sportwetten

Eben dies mit dem maximalen Grauen scheinen Kahns Äußerungen nämlich für Uli Borowka zu sein. Seines Zeichens ebenfalls ehemaliger Nationalspieler tat dieser im ARD Politik Magazin Report Mainz seine Meinung ebenfalls kund. Und es waren eben die Aussagen des Oliver Kahn, welche Borowka dem Anschein nach kaum ertragen mag.

Tipico Wettbüros - Oliver Kahn

Ein Slogan, den Borowka nicht gerne sieht.

Deutliche Kritik äußerte Borowka nicht nur am Tipico Slogan „Ihre Wette in sicheren Händen“, der mit den sicheren Händen des besten Torwarts einer Generation im Bild sehr feinsinnig ist. Hier meinte Uli Borowka man könne das Wort Sicher in Verbindung mit Online Sportwetten auf gar keinen Fall benutzen.

Anderer Meinung

Auch die sonstige Einstellung des Oliver Kahn mochte Uli Borowka offenbar nicht ertragen. Vor allem störte der Ex Profi Spieler sich auch an der Aussage, dass Wetten in irgendeiner Form in Deutschland Teil der Kultur seien. Er persönlich fände diese Ansicht falsch. Und wäre dem doch so, dann verstünde er die Welt nicht mehr. Er beschuldigte Kahn damit Menschen absichtlich zum Wetten zu animieren, zu locken. Im Grunde hätte er auch sagen können zu betrügen. Es wurde recht deutlich, wie sehr Uli Borowka gegen Online Sportwetten ist.

Bedenken nicht ohne Grund

Gänzlich grundlos hat sich der ehemalige Nationalspieler keinen solchen Groll gegen Wetten aufgebaut. Dies sollte auf jeden Fall nicht unerwähnt bleiben. Er war nämlich selbst süchtig. Nach Alkohol, nach Medikamenten und eben nach Glücksspiel. Dies kommuniziert Borowka ganz offen. Außerdem hat der geläuterte Süchtige seinen eigenen Verein „Uli Borowka Suchtprävention und Suchthilfe e.V.“ schon lange gegründet und versucht auch jenen zu helfen, die unter Spielsucht leiden.

Online Sportwetten

Beide Fußballer stehen mit ihrer Meinung klar in einer Ecke positioniert.

Blinden Groll kann man Borowka demnach nicht vorwerfen. Eher ein unangenehmes Einzelschicksal. Wenn man um dieses weiß, dann sind seine Ansichten zu Online Sportwetten immerhin klar nachvollziehbar, was sonst bei solch klaren Aussagen gegen Glücksspiel oft nicht der Fall ist.

Mayweather wettet auf sich selbst

Box Champion Mayweather als dritter, und ausnahmsweise als noch aktiver, Sportler im Bunde ist ja grundsätzlich nicht dafür bekannt alles so zu machen, wie es andere vorleben. So auch bei Sportwetten. Der Boxer dürfte Online Sportwetten mehr als nur positiv entgegenstehen. Wurde doch erst vor wenigen Tagen nach dem Kampf gegen Conor McGregor bekannt, dass Floyd Mayweather auf sich selbst wetten wollte. Zwar nicht bei einem Online Buchmacher wie Tipico, aber immerhin in Las Vegas. In den USA hätte er darüber hinaus auch Probleme gehabt legale Wettmöglichkeiten zu finden.

 
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So äußerte Mayweather sich im Anschluss an den Kampf, dass ein Bekannter von ihm sechsstellig auf ihn habe wetten sollen und er nun sichergehen müsse, dass dieser es auch getan habe. Er selbst, so Mayweather, habe versucht selbst zu wetten, durfte aber nicht.

Der US Sportsender ESPN recherchierte die Geschichte daraufhin und will erfahren haben, dass Mayweather tatsächlich im Wettbüro stand und versuchte volle 400.000 Dollar darauf zu setzen, dass der Kampf in unter 9,5 Runden zu Ende wäre. Der Mitarbeiter des Wettbüros hatte jedoch bedenken ob solch eine Wette von einem Boxer legal wäre. Nachvollziehbare Bedenken. Denn immerhin könnte sich Mayweather ja auch vor Ablauf der letzten Runde besiegen lassen um seine Wette zu gewinnen. Selbst in Las Vegas, wo die Glücksspielbehörden grundsätzlich keine Einwände haben wenn Sportler auf eigene Siege wetten, wäre dies ein durchaus dünnes Pflaster gewesen. Dies musste dann wohl auch der Boxer einsehen und wollte auf einen Sieg durch Knockout wetten. Das Abgeben der Wette dauerte ihm dann aber zu lange und er verließ das Wettbüro um später seinen Bekannten zu schicken. Beide der selbst geplanten Wetten hätte Mayweather im Übrigen gewonnen.

Mayweather war bereits früher in Las Vegas. Und bestimmt wettete er dort nicht nur einmal.

Die Wette ist geglückt

Gegeben hatte der Boxer seinem Bekannten 400.000 Dollar. Diesen habe man aber nur 87.000 Dollar setzen lassen. Was bei solchen Einsätzen an Gewinnen möglich ist dürfte dennoch klar sein. Ein nettes Zubrot für einen ohnehin fürstlich entlohnten Profiboxer.

Ebenso klar erscheint wie sehr Mayweather für Online Sportwetten sein müsste. Denn er wettet nicht nur selbst. Er wäre auf diesem Wege auch einem direkten Kontakt mit dem Mitarbeiter aus dem Weg gegangen.

Fazit – Sportler bei Online Sportwetten sehr uneinig

Als Fazit lässt sich problemlos feststellen, dass Sportler bei Sportwetten im Internet oder Sportwetten im Allgemeinen ebenso uneinig sind wie Politik, Interessengruppen und Bevölkerung. Hier zieht sich tatsächlich ein roter Faden durch wirklich alle Schichten.

Was geradezu auffällt ist: Drei sehr aktuelle Beispiele haben eines gemeinsam. Keiner der Sportler argumentierte in irgendeiner Form mit dem Nutzen oder Schaden für den Sport. Oliver Kahn kam dem noch am Nächsten als er den Spaß der Fans ins Licht rückte. Davon abgesehen darf man aber allen dreien eigene Interessen in die eine oder andere Richtung nachsagen. Sich eine Meinung gemäß der eigenen Interessen zu bilden ist durchaus legitim. Wenn dies allerdings sogar bei der Sportprominenz unübersehbar im Vordergrund steht dann verdeutlicht dies unserer Ansicht nach auch ein Problem. Es braucht keinen zu wundern, wenn die Online Sportwetten bei solch persönlichen Sichtweisen und Diskussionen die kaum ohne den nötigen Abstand geführt werden auch weiterhin eines der größten Streitthemen bleiben, bei denen man einfach keine Einigung erzielen kann.

 

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