Was ist das Pari-Mutuel Prinzip bei Online Wetten? Die Totalisatorwette erklärt

Die meisten Begriffe aus der Welt der Online Wetten oder Sportwetten kennt man, hat sie schon einmal gehört. Wettarten wie Ergebniswette, Torwette oder Livewette sind jedem Spieler ein Begriff. Doch dies gilt nicht für alle Begriffe. Die Totalisatorwette gehört heute nicht mehr unbedingt zum gespielten Standard und wirft schnell Fragen auf. Noch mehr, wenn in den Geschäftsbedingungen mancher Buchmacher von Pari-Mutuel die Rede ist. Was ist dieses Pari-Mutuel, diese Totalisatorwette? Tatsächlich ist dies keine neue Erfindung der Online Glücksspiel Industrie. Es handelt sich um eine Wettart, die schon wesentlich älter ist, als es die Masse der heutigen Angebote von sich behaupten kann. Daher im Folgenden eine Erklärung zu Pari-Mutuel bei Online Wetten. Dabei wird auch auf die Geschichte dieser Totalisatorwette eingegangen, die gleichermaßen ein Stück der heutigen Wettgeschichte ist.

Pari-Mutuel – Ein schwieriger Begriff einfach erklärt

Bei Pari-Mutuel Wetten, oder eben auch der Totalisatorwette, handelt es sich um Wetten, die nicht wie üblich gegen den Buchmacher gespielt werden, oder im Falle einer Wettbörse gegen den Layer oder Backer, sondern um Wetten mit einem Pool an Einsätzen.

Nicht nur der Eifelturm, auch Pari-Mutuel, und damit ein Stück Wettgeschichte, ist französisch.

Nicht nur der Eifelturm, auch Pari-Mutuel, und damit ein Stück Wettgeschichte, ist französisch.

Einfacher gesagt: Bei der regulären Online Wette, wie wir sie heute kennen, wettet man in der Regel gegen den Buchmacher. Er gibt die Quote vor und man kann seinen Einsatz spielen. Dementsprechend weiß man als Spieler im Vorfeld schon genau wie hoch der mögliche Gewinn ist. Liegt man mit seinem Tipp richtig, dann gewinnt man diesen Betrag. Liegt man falsch gewinnt der Buchmacher den Betrag. Zwar setzen natürlich auch tausende andere Spieler beim Buchmacher auf dasselbe Event, dies sind aber strenggenommen jeweils Spiele für sich. Der direkte Gegner beim Tippen ist und bleibt der Buchmacher. Andere Spieler haben damit direkt betrachtet nichts zu tun.

Pari-Mutuel - Wie funktioniert das?

Bei Pari-Mutuel ist dies anders. Jeder, der bei einer Totalisatorwette auf ein Team setzen will erbringt seinen Einsatz in einen Pot. Im Grunde ist dies ähnlich einem Pokerspiel. Dort legt man seine Einsätze ebenfalls in den Pot, der sich in der Mitte des Tisches befindet. Der Gewinner, oder im Falle eines Splitpot die Gewinner, bekommen die Einsätze für die Hand. Der Buchmacher oder Online Poker Anbieter wie 888poker, bekommt lediglich eine Art Verwaltungsgebühr. Rake nennt sich dies im Poker. Und ebenso werden auch Totalisatorwetten gespielt.

Pari-Mutuel bedeutet: Alle Einsätze landen in einem Pot. Der Anbieter fungiert lediglich als Marktplatz, ähnlich einer Wettbörse, und nimmt sich nur einen gewissen Anteil der Einsätze als Gebühr. Am Ende des Events wird der entstandene Pot unter jenen aufgeteilt, die den richtigen Tipp abgegeben haben. Dabei wird natürlich gemäß einer Quote ausgezahlt, sodass man bei höherem Einsatz auch den höheren Betrag ausbezahlt bekommt. Sind in einem Pot also 1000 Euro und es lagen nur zwei Personen mit ihrem Tipp richtig, dann bekommt beispielsweise der, der 10 Euro gesetzt hatte 250 Euro ausbezahlt und der, der einen Einsatz von 40 Euro erbrachte kann sich über 750 Euro freuen.

Endgültig steht die Quote erst kurz vor Start fest.

Endgültig steht die Quote erst kurz vor Start fest.

Achtung: Eventualquoten bei Pari-Mutuel

Dargestellt wird der Gewinn, der möglich ist, zwar ebenfalls in Quoten, wie man sie kennt. Dabei wird auch anhand der Quote letztendlich der Gewinn bestimmt. Sogar bei der Tippabgabe werden einem bereits Quoten dargelegt. Diese, und hier ist der große Unterschied zu regulären Online Wetten, werden sich aber noch verändern. Wettet man normal bei einem Buchmacher, dann einigt man sich mit der Tippabgabe auf die Rahmenbedingungen. Eben auch auf die angezeigte feste Quote. Es kommt im Grunde ein Vertrag zustande. Diesen Vertrag kann der Buchmacher lediglich für nachfolgende Spieler ändern. Dann bekommen diese eine bessere oder schlechtere Quote.

Bei Pari-Mutuel hingegen ändert sich die Quote im Grunde mit jedem Tipp eines Spielers. Der mögliche Gewinn, und damit die Quote, hängt davon ab wie viel Geld gesetzt wird. Und davon, wie viele Spieler den selben Tipp abgeben. Da es sich um einen Pot handelt, der fair aufgeteilt wird, steht die endgültige Quote auch nicht bei Tippabgabe fest, sondern erst beim Annahmeschluss. Auch wenn man getippt hat wird sich die Pari-Mutuel Quote noch andauernd ändern. Zum Besseren oder zum Schlechteren. Die Quote, die bei der Abgabe angeboten wird soll nur die Orientierung nach aktuellem Stand erleichtern. Sie könnte eventuell so, oder so ähnlich, eintreten. Sicher aber nicht. Man nennt dies daher die Eventualquote.

Schon früh wurde das lukrative Geschäft mit Pari-Mutuel Wetten organisiert.

Schon früh wurde das lukrative Geschäft mit Pari-Mutuel Wetten organisiert.

Woher kommt Pari-Mutuel und wo ist es heute noch im Einsatz?

Wo Pari-Mutuel Wetten heute noch im Einsatz sind ist nicht pauschal zu beantworten. Eben deshalb kann man sie auch bei Sportwettenanbietern im Internet finden. Diese sind meist international aufgestellt und unterliegen nur begrenzt deutschem Recht. In Deutschland ist die Veranstaltung dieser Wettart Pferderennbahnen vorbehalten. Pari-Mutuel Wetten in Deutschland sind normalerweise nicht nur in ihrer Beschaffenheit, sondern auch im Ort ihrer Ausführung, eng an die Pferderennbahnen gebunden. Demnach wäre es für rein deutsche Anbieter mit deutschem Firmensitz und Servern in Deutschland vermutlich fragwürdig, solche interessanten Wetten fernab von der Rennbahn zugänglich zu machen. Glücklicherweise sitzen Firmen und Server aber meist in ganz anderen Regionen und unterliegen abweichenden Gesetzen.

Eines bleibt dennoch bestehen: In der Regel kommen Pari-Mutuel Wetten auch heute im Zusammenhang mit Pferdewetten zum Einsatz. Dies hat Tradition. Dort wurden sie bekannt. Bereits im 18. Jahrhundert war die Pari-Mutuel Wette in Frankreich bekannt. Pari-Mutuel bedeutet im französischen frei übersetzt „untereinander wetten“. Damit wäre der Bezug zum Preispool erklärt. Man organisierte sich mangels Glücksspielanbietern zunächst eher selbst. Dann bildeten sich Organisationen, zu dieser Zeit kaum alle legal, die Pari-Mutuel Wetten im größeren Stil anboten.

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Die Geburt der Totalisatorwette

Die Namensgebung Totalisatorwette kam daher auf, dass man bereits früh versuchte Vertrauen zu wecken, indem man die aktuellen Eventualquoten der Pari-Mutuel Wetten aufzeigte. Jeder konnte die Entwicklung beobachten. Da bereits Ende des 18. Jahrhunderts an Frankreichs Rennbahnen eine gewisse Beliebtheit der Pferdewetten gegeben war kam der Mensch hier mit dem ständigen Rechnen aber schnell nicht mehr nach. Um den Eindruck von seriösen Angaben aufrecht zu erhalten zeigte man die Quoten fortan auf Maschinen an, statt mit Kreide auf Tafeln. Rechenmaschinen, die Totalisator genannt werden. Heute noch werden traditionell an vielen Rennstrecken die „Tote Boards“ genutzt. Die Geschichte dieser Maschinen detailliert darzustellen würde nun den Rahmen sprengen. Fest steht aber, dass die Totalisatorwette ihren Namen im Volksmund diesen Maschinen zu verdanken hatte, die den „Totalen“ Gewinn darstellen konnten. Richtig wäre aber nach wie vor Pari-Mutuel, weshalb man den Begriff bei einigen Buchmachern heute wieder in den AGB für entsprechende Pferdewetten findet.

Gibt es Totalisatorwetten nur bei Pferdewetten?

Wieder eine Frage, die sich nicht generell beantworten lässt. Verbreitet sind Pari-Mutuel Wetten tatsächlich nur im Pferderennsport. Allerdings wären solche Wetten auch in anderen Bereichen grundsätzlich denkbar. Und im Freundeskreis, abseits der Buchmacher, sind Pari-Mutuel Wetten die Regel. Zur Erinnerung: „untereinander wetten“.

Geht man aber etwas vom sturen Begriff Pari-Mutuel weg, dann findet man auch heute noch Nachfahren aus den großen Zeiten dieser Wettart. Ein Beispiel ist Fußball Toto. Hier werden vorgegebene Spiele getippt. Alle Einsätze landen in einem Jackpot (Wettpool) und wie hoch der genaue Gewinn am Ende ist lässt sich schwer vorhersagen. Im Grunde auch heute noch ein abgewandeltes Pari-Mutuel Spiel. Und Toto (Fußball Toto, Toto Lotto etc.) entstand aus der Abkürzung des Begriffs Totalisator. Man sieht also, auch abseits der Pferdewetten hat Pari-Mutuel auch heute noch durchaus nennenswerte Einflüsse.

Fazit zu Pari-Mutuel Wetten

Die einst reine Wettform auf den Rennbahnen Frankreichs hat die heutigen Wetten erst ermöglicht. Allerdings spielt sie, abgesehen von Pferdewetten teilweise, im heutigen Wettgeschäft kaum noch eine Rolle in ihrer ursprünglichen Form. Aktuell ist Pari-Mutuel im Grunde nur für Freunde von Pferdewetten wirklich interessant.

Allerdings wird, gräbt man etwas tiefer, schnell klar, wie sehr der heutige Wettmarkt hierdurch beeinflusst wurde. Auch sonst wäre die Geschichte der Pari-Mutuel Wetten interessant. In all ihren Ausprägungen und Entwicklungen ließe sich der Grundstein des heutigen Glücksspiels teils geschichtlich erklären. Schon hierfür fehlt der Rahmen. Und schon damals kamen übrigens auch durch Pari-Mutuel die ersten Zulieferer, inspiriert durch gängiges Glücksspiel, auf. Wie Sir George Julius, der 1913 in Auckland in Neuseeland den Grundstein für sein Unternehmen Automatic Totalisators Ltd legte. Damit war der Neuseeländische Betrieb einer der ersten, die mechanisches zum Glücksspiel lieferten.

So ließe sich die Geschichte fortspinnen und immer weiter beschreiben ohne dass man Interesse verlöre. Nur für die heutigen Wetten und Angebote sind Pari-Mutuel Wetten denkbar unattraktiv. Gewettet wird bei den heutigen Buchmachern auch deshalb, weil man den möglichen Gewinn schon vor Augen hat. Dank fester Quoten. Mit der Ungewissheit, die Eventualquoten nun mal mit sich bringen, könnte man heute keinen mehr zum Buchmacher locken. Und dies ist vielleicht auch gar nicht schlecht. Dennoch gebührt dem Begriff der pari-Mutuel Wetten weitaus mehr Ehrfurcht, als er beute für gewöhnlich bekommt, als Relikt der Geschichte, der er im modernen Sportwetten Markt zunehmend wird.

 
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