Ruud van Nistelrooy – Der fliegende Holländer des Ballsports

Bild: Wikipedia

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Rutgerus Johannes Martinus van Nistelrooy, der breiten Masse eher als Ruud van Nistelrooy bekannt, ist der vielleicht beste Beweis dafür, dass auch Oranje im Fußball nicht zu unterschätzen ist. Zwar ist da diese liebevoll neckische Konkurrenz zwischen Deutschland und den Niederlanden. Doch mit Spielern wie Ruud van Nistelrooy ist das flache Land eine ernsthafte Konkurrenz auf der internationalen Fußballbühne. Keiner steht so für diese Tatsache, wie der am 1. Juli 1976 geborene Stürmer. Noch heute hat er im Fußballgeschäft einiges zu tun. Er wechselte nach Ende der aktiven kariere in den Trainerstand und war bei der Holländischen Nationalelf als Co- Trainer tätig. Bis zum Ende der EM 2016. Nun, im Anschluss, soll er beim PSV Eindhoven als Jugendtrainer fungieren und neue Stürmertalente für den Widerkehr der Nationalelf an der Weltspitze ausbilden.

Ob dies gelingt oder nicht ist unerheblich. Ruud van Nistelrooy hat längst seine Spuren im Weltfußball hinterlassen. Auf Vereinsebene und im internationalen Wettbewerb. Spuren, die tief genug sind, um ihm hier auch einige Spuren zu widmen und im Folgenden auf die wichtigsten Fakten zu seiner außergewöhnlichen Karriere zu blicken.

Ruud van Nistelrooy – Karriere im Vereinsfußball

Nach einigen Jahren im Jugend-und Amateurfußball in seiner Heimatstadt Oss begann Ruud van Nistelrooy seine aktive Karriere zunächst in der 2.Liga Hollands. In der Eerste Divisie, wie diese Liga für deutsche Ohren etwas gewöhnungsbedürftig heißt, spielte er für FC den Bosch. Dieses Arrangement hielt ab der Saison 1993/94 für vier Jahre an. Dann wechselte der mittlerweile schon 21 Jahre alte Ruud van Nistelrooy 1997 zum SC Heerenveen. Dort wurde er erstmals wirklich Stürmer und es gelangen 13 Treffer in 31 Spielen. Nach diesen 31 Spielen, gerade einmal ein Jahr älter geworden, wechselte Ruud van Nistelrooy erneut. 1998 ging es zum PSV Eindhoven und die Karriere geriet erstmals so richtig in Schwung.

Gleich die erste Saison in Eindhoven gelangen Ruud van Nistelrooy 31 Tore in 34 Spielen. Statistisch gab es also kaum einen Einsatz ohne Treffer. Dies entging der Fußballwelt nicht. Ruud van Nistelrooy wurde Fußballer des Jahres. 1999/2000 kam Ruud van Nistelrooy zwar nur für 23 Spiele zum Einsatz, was einer Verletzung geschuldet war, in diesen konnte er aber 29 Treffer landen. Die Legende war geboren. Ruud van Nistelrooy konnte beim PSV weiterhin erfolgreich spielen. Als er 2001 nach Manchester United in die Premier League wechselte hatte er ein Verhältnis von 92 Toren auf 100 Ligaeinsätze in den Niederlanden.

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Ruud van Nistelrooy in der Premier League

Bei Manchester United wusste Ruud van Nistelrooy ebenfalls zu überzeugen. Er konnte auf Anhieb begeistern und erzielte in seiner ersten Saison bei ManU immerhin 23 Treffer in 32 Spielen. 2002/03 setzte er noch einen drauf und wurde Torschützenkönig in der Premier League.

Auch 2004/05 konnte er zunächst überzeugen, wenngleich in der Saison dazwischen zunächst Verletzungspech dafür sorgte, dass die Zahlen nicht mehr ganz so hoch ausfallen konnten. Er war in diesem Jahr sogar bester Torschütze der gesamten Champions League.

2006 wurde Ruud van Nistelrooy dennoch vom Trainer Ferguson nahezu rausgeschmissen. Dabei wurde niemals öffentlich weshalb. Offiziell hieß es nur es habe im Rahmen der Trainings Vorfälle gegeben. Diese müssen tatsächlich eine gewisse Schwere gehabt haben. Denn „Van the Man“, wie Ruud van Nistelrooy in England genannt wurde, war außerdem als Tormaschine bekannt. Da er sich kaum eine Chance im Strafraum ungenutzt ließ.

Das schleichende Ende einer Karriere

Ab 2006/07 kam Ruud van Nistelrooy aber problemlos bei Real Madrid in Spanien unter. Er wurde auf Anhieb Torschützenkönig der ersten Liga und damit für Reals Titelgewinn absolut maßgeblich. Es folgten aber Jahre von Verletzungspech. Am Ende seiner Vertragslaufzeit konnten und wollten die Spanier schlicht nicht mehr mit Ruud van Nistelrooy planen. Spielerisch wären sie aber durchaus begeistert gewesen.

In der Winterpause 09/10 wechselte Ruud van Nistelrooy daraufhin nach Deutschland zum Hamburger SV. Dort sollte er bis zum Ende der Saison 10/11 bleiben. Allerdings äußerte er schnell den Wunsch nach nur einem Jahr wieder im Winter Transfer zurück zu Real Madrid zu wechseln. Dort war Personalnot entstanden. Hamburg erzwang die Beendigung des Vertrags zur regulären Laufzeit. Der Stürmer wollte daraufhin auch nicht mehr verlängern und lieber für einen anderen Verein auflaufen. Aus Sicht des Holländers nachvollziehbar. Aus Hamburger Sicht natürlich unglücklich.

Er wechselte nach Malaga. Dieses eine Jahr brachte nur noch 4 Tore in 28 Einsätzen mit sich und mündete im Karriereende für Ruud van Nistelrooy. Ob hier nur das mittlerweile hohe Alter von 35 schuld war, oder ob schlicht die Motivation irgendwo in Hamburg verloren gegangen war ist fraglich. Denn der Abbau des Stürmers war nahezu ungewöhnlich schnell.

Über die gesamte Karriere hinweg sammelten sich folgende Titel bei Ruud van Nistelrooy an:

  • 1 Mal Englischer Meister
  • 1 Mal Englischer Pokalsieg
  • 1 Mal Englischer Ligapokalsieg
  • 2 Mal Spanischer Meister
  • 1 Mal Spanischer Superpokal
  • 2 Mal Niederländischer Meister
  • 1 Mal Niederländischer Superpokal

Ruud van Nistelrooy in der Nationalelf

Für Hollands Elf lief der Stürmer 1998 erstmals auf. Auch zur EM 2000 wäre er fest eingeplant gewesen. Wegen Verletzungspech musste er allerdings passen. Vier Jahre später war so die Zeit gekommen für den ersten ganz großen Wettbewerb. Zur EM 2014 wurde er für Deutschland in der Gruppenphase unangenehm. Er egalisierte eine 1:0 Führung der Deutschen recht spät im Spiel. Mit den Niederlanden schaffte es Ruud van Nistelrooy bis immerhin ins Halbfinale. Dort schied die Mannschaft gegen den späteren Europameister Portugal aus. Entschuldbar. Bitterer war da schon das Ausscheiden bei der WM 2006 in Deutschland. Wieder gegen Portugal und schon im Achtelfinale. Die Liebe seiner Landsleute hatte der Stürmer ebenfalls schon eingebüßt. Er wurde vom Bundestrainer harsch kritisiert und war im entsprechenden Spiel nicht mal mehr im Einsatz.

Das verbinden die Deutschen lieber mit Holland als Fußball. Doch der Stürmer bewies schon was Niederländer können.

Das verbinden die Deutschen lieber mit Holland als Fußball. Doch der Stürmer bewies schon was Niederländer können.

Ein Jahr kam der Stürmer nicht mehr in der Nationalelf zum Einsatz. Doch zur EM 2008 brauchte man ihn dann doch, Er hatte drei Spiele mit zwei Treffern. Ein versöhnlicher aber titelloser Abschied von der Nationalelf. Im August des Jahres gab er sein Ausscheiden bekannt und wollte sich auf die restlichen Jahre im Ligafußball konzentrieren.

Dies nahm Ruud van Nistelrooy zwar wieder zurück, er musste aber erkennen, dass es nicht mehr zur Aufstellung im großen Wettbewerb kommen sollte. Lediglich noch einige unwichtigere Spiele wurden ihm tatsächlich vergönnt. Das Karriereende war hier ohnehin schon im Anflug. Er stand schon für den HSV auf dem Feld.

Ruud van Nistelrooy privat und nach der aktiven Karriere

Privat läuft es schon länger gut für den Spieler. Im Jahr 2004 konnte er seine große Liebe Leontien heiraten. 2006 gebar diese ihm eine Tochter. 2008 einen Sohn.

Nach Ende der Spielerkarriere war Ruud van Nistelrooy fest entschlossen Trainer zu werden. Er wirkte in der Nationalelf als Co- Trainer und trat zuletzt im Sommer 2016 eine Stelle in Eindhoven als Jugendtrainer an. Vielleicht eine Stelle, die ihm die Freude am Fußball wieder gibt die man zuletzt, auch als Nationaltrainer, vermissen musste.

Schon mal in Oranje: Möglicher Nachwuchs fürs Training bei Ruud van Nistelrooy heute.

Schon mal in Oranje: Möglicher Nachwuchs fürs Training bei Ruud van Nistelrooy heute.

Ruud van Nistelrooy – Ein Fazit

Freud und Leid liegen nah beieinander. Ruud van Nistelrooy ist zweifelsohne in seinen besten Jahren eine wahre Freude gewesen, für seine Mannschaften und die Fans. Jedenfalls muss man dies annehmen, wenngleich es bei ManU wirkte, als wäre dies nur die halbe Wahrheit.

Auch in der Liste der 125 besten lebenden Fußballer ist er nicht umsonst. Keine Frage: Ruud van Nistelrooy ist die vielleicht wichtigste Figur, die der holländische Fußball in seiner Periode gesehen hatte.

Dennoch ist Ruud van Nistelrooy auch ein Beispiel für Leid. Man könnte meinen ihn habe der Spaß am Sport verlassen. Zwänge durch Verpflichtungen und einfaches Verletzungspech dürften ihm die letzten Jahre schwergemacht haben. Und, abgesehen vom Alter natürlich, auch einen gewissen Anteil an der schwächer werdenden Form gehabt haben.

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