Unfaires Spiel? Bannen Buchmacher Kunden die zu viel gewinnen und verzögern Auszahlungen?

In englischsprachigen Medien ist erst kürzlich ein recht ausführlicher Artikel zu einer Problematik erschienen, die auch hierzulande in einzelnen Foren immer wieder gefunden werden kann. Zwar muss man etwas suchen und auch genauestens wissen was man sucht, doch dann findet man sie. Die Beiträge, die ein scheinbar unfaires Spiel der Online Wettanbieter monieren. Da ist die Rede davon, dass potentielle Gewinner gezielt von Online Wetten ausgeschlossen werden oder scheinbar Auszahlungen ohne Grund verschleppt oder verweigert werden. Doch was ist dran? Treiben die Online Buchmacher wirklich ein unfaires Spiel? Und wenn dem so wäre: Ist das denn legal? Ich bin der äußerst spannenden Thematik, bei der an anderer Stelle gerne blind „Betrug!“ gerufen wird, einmal etwas genauer nachgegangen und möchte meine Erkenntnisse im Folgenden festhalten.

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Ein wirklich unfaires Spiel wäre dies. Treiben die Buchmacher auch eins?

Unfaires Spiel? Diese Vorwürfe findet man gegen die Online Buchmacher

Zunächst möchte ich klarstellen was die gängigen Vorwürfe gegen Online Buchmacher sind. Hier lassen sich im Wesentlichen wenige Kategorien festlegen:

  • Das Wettkonto wurde unberechtigt geschlossen oder mit Restriktionen belegt
  • Auszahlungen werden verschleppt
  • Auszahlungen werden verweigert

Viele Vorwürfe sind haltlos

Bei einer gewissen Masse an Vorwürfen muss man erstmal jene abziehen, die sicherlich mit Absicht oder aus Unvermögen als unberechtigt schlechte Nachrede verbreitet werden. Denn, ganz unabhängig davon ob Buchmacher auch ein unfaires Spiel treiben, dies wird den größten Teil der Vorwürfe entkräften. Nachprüfen lässt sich dies im Einzelnen nie. Denn immerhin kann im Internet jeder zunächst einmal verbreiten was ihm beliebt. Einige mit Sicherheit häufige Beispiele möchte ich aber im Folgenden anführen:

Wettkonten werden geschlossen weil?

Wird ein Wettkonto geschlossen oder mit Restriktionen belegt, dann kommt dies in der Regel in Verbindung mit einem der zwei später folgenden Beispiele vor. Allerdings gibt es auch eine Variante zu langer Inaktivität des Wettkontos. Viele Buchmacher haben eine Klausel in ihren AGB, dass ab einer gewissen Zeit der Inaktivität (mindestens ein Jahr, oft länger) monatlich Restguthaben als Verwaltungsgebühr eingezogen wird und man das Konto letztendlich schließt. Dies ist insofern nachvollziehbar und auch rechtens, dass ein Buchmacher keine kostenlose Bank ist, bei der man sein Geld über Jahre parken sollte. Auch hilft es „Aktenleichen“ automatisch zu entfernen und den Verwaltungsaufwand des Buchmachers möglichst gering zu halten.

Weshalb können Auszahlungen sich verzögern?

Ein oft gelesener Vorwurf ist der, dass Auszahlungen vom Buchmacher oder Online Casino bewusst zurückgehalten und verschleppt werden. Der Verdacht hierbei ist oft: Es wird so lange gewartet bis man sein Geld wieder verspielt hat. Hierbei kommen zwei Varianten als häufige Lösung infrage. Einmal die, dass ein Bonus genutzt wurde und die Bonusbedingungen noch nicht erfüllt wurden. Viele Menschen verstehen dies nicht und erleben dies vielleicht in diesem Moment tatsächlich als Betrug, was es nicht ist. Unfaires Spiel wird gerne auch vorgeworfen, wenn der Buchmacher Dokumente zur Verifizierung der Persönlichkeit verlangt. Dies geschieht beispielsweise um Geldwäsche vorzubeugen.

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Einige verbreiten auch bewusst Lügen zu den Buchmachern, bei denen sie versucht hatten zu betrügen.

Bei den guten Buchmachern reicht in der Regel eine E-Mail mit der Ausweiskopie um die Auszahlung binnen 48 Stunden in die Wege zu leiten. Lediglich wenige wirkliche schwarze Schafe versuchen sich womöglich tatsächlich vor einer Auszahlung zu drücken. Diese werden dann aber beispielsweise hier sicher nicht empfohlen. Bei Bet365 und Co ist man auf der sicheren Seite.

 
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Auszahlungen werden meist aus guten Gründen verweigert

Wenn Auszahlungen gänzlich verweigert werden wird in aller Regel das Wettkonto ebenfalls geschlossen. Sicherlich wird die Mehrzahl dieser Fälle, die als unfaires Spiel in Foren geschrieben werden, damit zu tun haben, dass es mehrere Wettkonten pro Haushalt gab. Dies schließen Online Wettanbieter eigentlich ausnahmslos aus. Und den betreffenden Kunden ist dies in der Regel auch bewusst. Oft geht es hier um Versuche den Willkommensbonus mit einem zweiten Wettkonto erneut in Anspruch zu nehmen. Im Grunde ist dies Betrug. Auf jeden Fall hat der Buchmacher hier jedes Recht, schon zum Selbstschutz, Auszahlungen zu verweigern. Unfaires Spiel betrieben hier nur die scheinbaren Betroffenen.

Sinnbild: Manche Nutzerfühlen sich unfair behandelt, da sie die sprichwörtliche Stolpergefahr in den Bonusbedingungen oder AGB nicht erkennen.

Was bleibt? Gibt es tatsächlich unfaires Spiel bei den Buchmachern?

Dennoch bleibt ein gewisser Anteil an Vorwürfen gegen die Wettanbieter, der nicht ganz zu entkräften ist. Gerade in kreisen von Berufsspielern, die besonders regelmäßig gewinnen oder besonders hoch spielen werden immer wieder Berichte laut, dass Wettkonten mit sehr restriktiven Höchsteinsätzen belegt werden. Oder das Buchmacher eine Wette annehmen, gleichzeitig aber eine nachgeschobene Wette, die die Einsätze der ersten absichern soll, ablehnen. Andere High Roller werden vom Spielbetrieb scheinbar ganz ausgeschlossen. Unfaires Spiel? Aus Sicht der Betroffenen ist es das. Und deren Sicht ist immerhin nachvollziehbar. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einfache Wettkunden. Es handelt sich um Menschen, die teils mehrere zehntausend Euro an einem Wochenende einsetzen. Oft in dem Ziel das Vielfache zu gewinnen. Mit dem normalen Leser an dieser Stelle dürfte dies meist wenig zu tun haben.

Sind das noch Buchmacher? Vorwurf: Unfaires Spiel verändert Sportwetten generell

Dennoch hat sich die Landschaft von Sportwetten schon sehr verändert, vom klassischen Buchmacher bis hin zu den heutigen Geschäftspraktiken. Früher hatte ein Buchmacher reale Bücher zu führen. Die Kunst war es die Bücher so auszubalancieren, dass es in jedem Fall einen Gewinn für den Wettanbieter gibt. Dies wurde beispielsweise über die Quoten geregelt. Nun gezielt Gewinner auszuwählen und zu sperren entspricht dem nicht mehr. Deshalb, so der immer wieder kehrende Vorwurf, treiben die Buchmacher heute ein unfaires Spiel.

Dies ist natürlich nicht grundsätzlich falsch. Falsch ist jedoch eins: Diese Regeln hätten sich maßgeblich geändert. Sicher konnte ein Buchmacher auch früher schon eine einzelne Wette schlicht nicht anbieten. Und sicherlich tat er dies in Einzelfällen auch nur bei bestimmten Kunden. Nur damals gab es kein Internet, wo unfaires Spiel gleich angeprangert wurde. Ich persönlich sehe dies also etwas gemäßigter. Gleichwohl verstehe ich dennoch die Verärgerung jener, die vom System ausgeschlossen werden.

Legal? Illegal? Unfaires Spiel?

Oft liest man die Frage ob ein Buchmacher denn einfach so vorgehen darf. Dies müsse doch illegal sein. Tatsächlich haben die Buchmacher allerdings in aller Regeleine Lizenz. Um diese von den Glücksspielbehörden ihrer zuständigen Länder zu bekommen müssen sie sich auch an Gesetze halten. Die AGB, die auch die Möglichkeit beinhalten einzelne Spieler nach eigenem Ermessen vom Spiel auszuschließen, werden hierbei natürlich geprüft.

Tatsächlich sind Buchmacher in erster Linie wirtschaftlich arbeitende Unternehmen. Wie eine Bank oder eine Versicherung. Beide Beispiele habe ich nicht umsonst gewählt. Die Versicherung wird vor Abschluss einer Police regelmäßig ihr Risiko prüfen. Wer schwer erkrankt ist bekommt kaum eine Lebensversicherung. Wer mit dem Auto häufig Unfälle hat, dessen Police wird im Grunde mit Restriktionen belegt da die Beiträge steigen. Eine Bank gibt keinerlei Kredit ohne ihr Risiko anhand einer Bonitätsprüfung abzuschätzen. Auf dieser Grundlage haben auch Buchmacher das Recht eines gewissen Risikomanagements. Und das Recht, ob als unfaires Spiel empfunden oder nicht, einzelne Kunden abzulehnen, da diese ein Verlustrisiko darstellen, das signifikant über dem Durchschnitt liegt.

Unfaires Spiel, Wettanbieter

Risiko müssen auch Buchmacher überschaubar halten. Die Erfordernisse eines Unternehmens.

Und mögliche Verschleppungstaktiken werden auch nur zu gern vernutet. Tatsächlich müssen aber auch Online Bezahldienste, und im Grunde ist ein Spielerkonto beim Buchmacher nur wenig anders als ein Wallet im Netz, ab gewissen Jahresumsätzen Identitäten ihrer Kunden von Gesetz wegen genauer prüfen. Es kann also auch hier zu durchaus berechtigten Verzögerungen kommen, die nur aus Unverständnis als unfaires Spiel gewertet werden.

So schätzen die Buchmacher ihre Risiken ab

Wie genau die Anbieter hierbei vor gehen ist nicht gänzlich bekannt und dürfte in allen Fällen als Betriebsgeheimnis angesehen werden. Betroffene High Roller mutmaßen allerdings, dass das System einen zumindest bei regelmäßigen oder besonders hohen Gewinnen zur Prüfung markiert oder gleich automatisch sperrt. Markiert, so die Überzeugung einiger, wird man auch dann, wenn man besonders treffsicher Wetten mit sehr geringem Risiko wählt. Als unfaires Spiel sehen sie dies deshalb an, weil man sich aus ihrer Sicht rein auf Geschäfte mit Verlierern einlässt.

Die Forderung nach mehr Spielerrechten wird hier oft als Wohltat für die Allgemeinheit verkleidet. Meist dürfte sie aber sehr eigene Interessen betreffen. Beispielsweise fordern die High Roller Gewinnuntergrenzen, bis zu denen ein Buchmacher Wetten auf alle Fälle annehmen muss. Diese liegen mit mehreren hundert oder gar tausend Euro allerdings so hoch, dass ein Gewinn in dieser Höhe für den normalen Nutzer oft schon ein echter Hauptgewinn ist. Vom Dienst an der Allgemeinheit kann also keine Rede sein.

Fazit: Treiben die Buchmacher ein unfaires Spiel?

Meiner persönlichen Ansicht nach treiben die seriösen Buchmacher, wie sie hier getestet werden, kein unfaires Spiel. Klar ist aber: Sie bedienen sich einiger Praktiken des Risiko Managements, die vom Betroffenen als unfaires Spiel aufgenommen werden können. Und aus deren Blickwinkel ist sogar auch diese Sichtweise zumindest nachvollziehbar.

Wer aber als normaler Wettfreund, der mit normalen Beträgen den einen oder anderen Gewinn erwirtschaftet, bei einem Online Wettanbieter spielt, der muss keinerlei solcher Mechanismen fürchten. Sollte es hier dennoch zu Ungereimtheiten kommen, so muss man sich in vermutlich 90 Prozent und mehr aller Fälle letztendlich eingestehen, dass man eine Bonusbedingung nicht gelesen, die AGB nicht verstanden hatte.

Natürlich ist dies für den Einzelnen ärgerlich. Aber unfaires Spiel ist hier nicht gegeben. Und was das Risikomanagement der Buchmacher angeht, handelt es sich um einige tendenziell wohlhabende Spieler, deren Finanzielle Übermacht für den Buchmacher ebenso eine Art unfaires Spiel bedeutet. Und sicher wird es auch seine Gründe haben, dass diese dennoch auf ihr Spiel beim Buchmacher bestehen und nicht zu Lösungen wie Oddset greifen. Es dürfte, und dies ist meine eigene Meinung, mehr nicht, also in vielen Fällen durchaus bewusst sein, dass kein wirkliches unfaires Spiel beim Buchmacher vorliegt.

 
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